09.04.2026 FSV Mainz 05- Racing Clube de Straßbourg 2:0

Conference League

Zuschauer: 32.000

Stadion am Europakreisel: Mainz

In dieser Conference League Saison vom Racing Clube de Straßbourg nahm ich schon etliche Anläufe ein Auswärtsspiel zu besuchen. Beim Spiel in Schottland machte uns die Terminierung unserer Partie in Fürth einen Strich durch die Rechnung. Das Spiel in Rijeka hätte ich extrem gerne mitgenommen- aber aufgrund des Lebens war das nicht denkbar. Das Los Mainz war für das Europapokalfeeling natürlich nicht das attraktivste. Gleichzeitig war es für mich aber auch sehr leicht umsetzbar und passte gut in den Terminkalender.

Eigentlich sollte es mit dem Südberliner gemeinsam zu dem Spiel gehen. Dieser bekam dann leider jedoch keinen Tag Urlaub, sodass ich auch mit Blick auf die Anreise noch einmal umdisponieren musste. Ich knabberte also an den Bahn Bonus Vorräten und da kein Zug mehr in der zweiten Klasse buchbar war, knallte ich für die Hin- und Rückfahrt sogar 1.000 Punkte mehr heraus. So bekam ich dann aber zumindest meine Wunschverbindungen. Die Anreise verlief sehr entspannt und die Züge waren auch angenehm leer, sodass das mobile Arbeiten gut von der Hand ging. Es ist schon ein großes Privileg, dass ich diese Möglichkeiten habe- ich habe in Zügen aber auch jedes Mal das Gefühl, dass ich aufgrund der fehlenden Fluchtmöglichkeiten produktiver bin.

In Frankfurt verpasste ich leider knapp den Zug nach Mainz-Kastell und so ging es doch mit dem Regio zum Mainzer Hauptbahnhof. Dort wurde ich dankenswerterweise von Vudi Röller eingesammelt. Wir stellten schnell den Rucksack ab und gingen dann in die Mainzer Neustadt, um etwas abseits der Mobs noch ein frühes Abendessen einzunehmen. Das Wetter war bombastisch und bei Sonnenschein, Aperol und Burger (zumindest auf meiner Seite) ließen wir die letzten Monate Revue passieren. Vielen Dank!

Ich machte mich dann auf den Weg zum Treffpunkt der Straßbourg Fans. Insbesondere die Busse der Ultra Boys hatten jedoch mit langwierigen Kontrollen der Bundespolizei zu kämpfen, sodass nur wenige Personen aus der aktiven Fanszene am Treffpunkt zu gegen waren. Die Herthaner fuhren weitestgehend auch mit dem Auto zum Gästeparkplatz, sodass ich die Situation erst einmal abwartete. Ich setzte mich oberhalb des Treffpunktes in die Sonne und nach etlicher Zeit kam dann doch die Freigabe der Polizei für einen Marsch zum Stadion. Ich wollte sowieso laufen und so reihte ich mich in die Reihen ein. Größtenteils waren normale Fans Teil des Marsches, der aber wirklich abwechslungsreich war. Es gab einige Gesänge, zahlreiche pyrotechnische Elemente ohne Vermummung und reichlich Spaß. Immer wenn wir an Mainz Fans vorbeikamen, wurden diese leidenschaftlich ausgebuht. Es wurde Omas zugewinkt und Hände geschüttelt. Das hatte hier große Potenziale zur Völkerverständigung. Der Weg zum Gästeparkplatz war ein ordentliches Stück und nach zahlreichen Stopps zu Beginn, wurde dann ein ordentliches Tempo an den Tag gelegt, sodass sich das Peloton immer länger zog und einige fußschwache Polizisten Probleme hatten zu folgen. Die eingesetzten Polizisten waren wirklich extrem entspannt und es herrschte eine sehr lockere Atmosphäre.

Am Stadion angekommen, grüßte ich die bereits anwesenden Herthaner und nach und nach füllte sich der Parkplatz immer mehr. Kurze Zeit später, wurden dann auch die Tickets ausgehändigt. Vielen Dank an Straßbourg für das große Privileg eine Karte für ein solch attraktives Spiel zu bekommen. Wir quatschen noch ein wenig und dann ging es in das Stadion und in den bereits sehr gut gefüllten Gästeblock. Die erste Halbzeit verbrachte ich im wahnsinnig engen, unteren Bereich des Blocks. In der zweiten Halbzeit fand ich einen entspannteren Platz auf der Höhe des Mundlochs.

Die Fanszene von Racing machte wieder einen 15-minütigen Stimmungsboykott gegen den Investor Blueco. Die normalen Fans folgten dem heute weitestgehend. Danach startete man mit einer sehenswerten Pyroshow in die Partie. Dazu gab es viel Bewegung und Fahneneinsatz. Einige der Lieder waren wirklich großartig. Ich hatte den Eindruck, dass man manchmal Probleme hatte den oberen Teil des Blockes synchron mitzunehmen- grundsätzlich war das aber wirklich ein guter Auftritt. Es machte auch einfach Spaß Teil des Ganzen zu sein. Hertha, Straßbourg, Karlsruhe!

Die Mainzer starteten mit einer Zettelchoreo, die das Vereinslogo ergab, in die Partie. In der Folge solidarisierte man sich durch zwei Spruchbänder mit den Gästen (gegen Multi-Ownership und gegen die invasiven Grenzkontrollen) und bekam dadurch Applaus aus dem Gästeblock. Danach war das ein ordentlicher Auftritt ohne signifikante Ausbrüche nach oben. Auffällig war die große Anzahl der Pöbler neben dem Gästeblock. Das ist mir in der Form zuvor noch nicht aufgefallen.

Mainz kontrollierte das Spiel und konnte recht kühl mit 2:0 gewinnen und sich somit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Straßbourg sichern. Auch nach dem Spiel blieb die Lage entspannt und es gab keine Blocksperre. So verabschiedete ich mich zügig- verstaute sicher meine Sachen und fuhr dann mit dem Shuttlebus zum Mainzer Hauptbahnhof. Ich trank noch einen Absacker in einer bekannten, portugiesischen Kneipe und fiel dann ins Bett.

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