2. Bundesliga
Zuschauer: 44.621
Olympiastadion: Berlin
Das letzte Heimspiel der Saison stand auf der Agenda und ich würde lügen, wenn ich nicht eine gewisse Erleichterung gefühlt hätte. Immerhin wollte uns der Wettergott noch einmal einen Gefallen tun und schickte wunderbarste Sonnenstrahlen vom Himmel. So waren meine ersten Stationen Parkplatztreff und Aufkleberverkauf angenehme Verweilorte. Irgendwann bekam ich dann Besuch vom Mini-Ha-Ho-He und ich nutzte die Gunst der Stunde, um ihn einmal mit runter in die Kurve zu nehmen. Klar- sicher auch positiv verstärkt durch die vielen Hertha Lieder und meine Erzählungen- aber seit einigen Monaten wurde der Wunsch in die Ostkurve zu gehen doch sehr regelmäßig formuliert.
Das war schon ein gewaltiger Moment mit ihm auf den Arm die Stufen der Kurve nach unten zu laufen. Erwartungsgemäß waren das natürlich viele Eindrücke und viele Gesichter- aber es war schon schön zu sehen, wie er noch tagelang stolz davon erzählte, dass er in der Ostkurve war. Auf diese Momente kommt es an im Leben! Danke auch an alle, die mit kleinen Gesten und großen Hallos diesen Moment für den Kleinen besonders machten!
Das Highlight des Spiels war somit definitiv bereits erlebt. Auch heute wieder sollte Hertha gewaltigen Einfluss auf den Abstiegskampf nehmen. Mit der SpvGG Fürth dribbelte eine Fanszene auf, die ich durchaus schätze. Die Fürther Mannschaft fightete die gesamten 90 Minuten und spielte Chance um Chance heraus. Die Verwertung war aber wirklich katastrophal. Die harte rote Karte gegen Brekalo in der 32. Minute führte zu einer Verstärkung der Spielanteile. Fürth hatte die Chancen- Hertha machte die Tore. Nach einem sehenswerten Solo machte Eichhorn das 1:0. Cuissance erhöhte wunderschön auf 2:0. Fürth konnte nur noch den Anschlusstreffer erzielen und verlor das Spiel trotz eines Expected-Goal-Werts von 0,88 zu 2,45 und einem Schussverhältnis von 8 zu 30. Absolut brutal! Dieser Sieg war maximal glücklich und einmal mehr war das spielerisch keine Glanzleistung.
Auf den Rängen war das heute in Ordnung. Ich fand die Auftritte nicht so unterirdisch wie beispielsweise gegen Kiel. Gegen Ende gelang es der Kurve noch einmal das gesamte Stadion mitzunehmen und es wurde richtig laut. Mit der Mannschaft gab es einmal mehr sehr freundliche Szenen nach dem Abpfiff und Toni Leistner bekam noch einmal einen würdigenden Abschied. Er zahlte es mit den Worten „Berlin ist blau-weiß“ zurück.
Die Fürther Fanszene sorgte durch verschiedene Elemente für ein kompaktes Stehen des Haufens und machte optisch einen guten Eindruck. Die knapp 1.000 mitgereisten Fans sind mit Blick auf die Terminierung und die Relevanz des Spiels aber schon eher mau. Nach dem Spiel waren die Aktiven wirklich mächtig verzweifelt und angefressen und so kam es zu intensiven Diskussionen mit der Mannschaft! Das waren echte Emotionen und so war ich nicht begeistert über die „Absteiger“ Rufe aus der Ostkurve. Ich finde da kann man als Kurve auch einfach mal Größe zeigen und muss sich nicht auf dieses Niveau herablassen. Ich bin mir aber bewusst, dass das von vielen Leuten anders gesehen wird und wurde.
Nach dem Spiel mussten wir das Stadiongelände nicht verlassen, denn wir hatten noch einiges vor.
