Kolmonen Etelä Lohko A
Zuschauer: 280
Kauniasten Keskuskenttä: Kauniainen
Röller erreichte an diesem Tag Helsinki und hatte Geschichten und kuriose Anekdoten rund um seine Anreise mitgebracht. Wir verbrachten erst noch ein bisschen Zeit in unserer Wohngegend, nahmen ein gemeinsames frühes Abendessen ein und dann sattelte spontan ich mit Röller los, um mit ihm seinen Länderpunkt einzutüten. Es gab einige Optionen an diesem Mittwochabend. Wir entschieden uns schließlich primär aufgrund der Erreichbarkeit für ein Spiel in Kauniainen, das eine kleine Stadt in der Nähe von Helsinki ist. Mit der U-Bahn ging es zum Hauptbahnhof und von dort dann mit dem Regionalzug in Richtung Spielort.
Das Wetter war prächtig und so holten wir uns bei der Ankunft erst einmal noch ein Eis am Supermarkt. Nach einem 20-minütigen Spaziergang erreichten wir das Stadion. Eintritt wurde nicht erhoben und so suchten wir uns direkt ein Plätzchen auf der Tribüne aus. Es war auffällig viel los auf dem Sportgelände. Erst waren wir bereit die Vereinskultur zu huldigen- aber nach einer Zeit kam uns das Treiben doch verdächtig vor. Nach einer kurzen Recherche hatten wir herausgefunden, das die Gastmannschaft das Äquivalent von Delay Sports ist und deswegen der Zuschauerandrang so hoch war. Verrückt! Grüße an den Klabauterkeaper, der am Sonntag ein Heimspiel der Mannschaft besucht hatte und diesen Schluss nicht gezogen hatte…
Das Stadion war wirklich schön mit einer großen, steilen Holztribüne. Auf der gegenüberliegenden Seite startete fast unmittelbar ein skandinavischer Wald. Herrlich! Aufgrund des fehlenden Eintrittspreis stiftete mich Röller zum Alkoholkonsum an. „Stell Dir vor du würdest 8€ Eintritt bezahlen und ein Cider dazubekommen“. Da hatte der Mann natürlich recht und als er anbot mir das Getränk auf seiner nerdy Hopperfotorunde mitzubringen, war ich überzeugt. Nur leider stand er kurze Zeit später mit leeren Händen vor mir. Das Getränk könne man nur am Stand konsumieren. Was nun folgte war skurril. Wir durften/mussten in einen VIP-Bereich am Spielfeldrand und durften im Liegestuhl das Getränk zu uns nehmen. Unser Wohlbefinden war von Interesse und so bekamen wir kurze Zeit sogar Decken gereicht. Röller, so kann man einen Länderpunkt mal machen!
So blieb es natürlich nicht bei einem Getränk und wir reizten unseren Aufenthalt bis in die zweite Hälfte aus. Für die letzten 20 Minuten, setzten wir uns dann noch einmal auf die Tribüne. Spielerisch waren die Influencer überlegen und konnten knapp mit 1:2 gewinnen. Die Heimmannschaft verwendet den schwedischen Stadtnamen- eventuell ein Indiz auf eine „ethnische“ Prägung des Vereins?! Beseelt liefen wir langsam zum Bahnhof zurück. Am Gleis waren wir mit einer Herausforderung konfrontiert: Es gab keine Unterführung auf die andere Seite, sodass man den Bahnhof aufwändig hätte umrunden müssen. Dumm nur, dass der Zug in wenigen Minuten kommen sollte. Auch ein Zug in die Gegenrichtung war angekündigt. Also hieß es nicht lange fackeln und ab ins Gleisbett. Die Gleise waren mit einem nicht gerade kleinen, bezackten Zaun abgetrennt. Wir gaben unser bestes und machten das beide nicht gut genug. Wir kamen zwar über den Zaun- aber hatten beide Löcher in den Hosen zu vermelden. Ha Ho He! Ein junges Pärchen kriegte sich ob des Anblicks nicht mehr ein und auch wir verfielen im Zug in ein hysterisches Lachen. Ein wirklich schöner Abend in Finnland.



