26.05.2026 Montenegro U17- Dänemark U17 1:2

U17 EM

Zuschauer: 206

Kadrioru Stadion: Tallinn

Zu Fuß ging es für mich in Richtung Stadion, das im Bezirk Kadrioru liegt. Das Viertel ist durch die zahlreichen hübschen Holz- und Steinhäuser ein echter Hingucker und beliebt bei der besser betuchten Schicht Tallinns. Das Viertel gibt auch dem Stadion den Namen. Ich hatte noch etwas Zeit bis zum Anpfiff und holte mir noch ein schnelles Spaßgetränk in einem Café in der Nähe. Das Café lag bereits direkt am Stadion und auch an der richtigen (der einzigen geöffneten) Tribüne. Der Eingang erfolgte aber von der gegenüberliegenden Seite. So musste ich eine Ehrenrunde um das Stadion drehen- nur um dann über die Laufbahn wieder auf der Tribüne zu landen. Mit 1,5 Kilometer laufen, hatte ich 15 Meter Luftlinie überwunden.

Defacto war nur ein kleiner Block für Normalsterbliche geöffnet. Der Großteil der Tribüne war den VIPs vorenthalten. Das sollte schnell zu einem Faktor werden, denn der Himmel zog immer weiter zu. Unser Tribünenabschnitt war allerdings nicht überdacht. Ich zog rechtzeitig die Reisleine und wechselte in einen der wenigen freien Abschnitte mit Dach. Als kurze Zeit später der Regen nach unten prasselte, ging die Völkerwanderung los. Fairerweise muss man sagen, dass ein Offizieller der UEFA kurze Zeit später die Runde machte, um Leute auf einen neuen, geöffneten Block hinzuweisen.

Das Publikum bestand heute fast ausschließlich aus Angehörigen und Scouts. Gerade die Scouts telefonierten quasi durchgängig und machten sich nicht wirklich Gedanken über mithörende Ohren. So wurde munter mit Spielern und Vereinspräsidenten telefoniert und im Zusammenspiel aus Audio und Augen, hätte man das eine oder andere Gerücht auf Transfermarkt streuen können. Eine ganz merkwürdige Zunft und ein krankes Business.

Dänemark war auf dem Feld die bessere Mannschaft- aber Montenegro spielte mit Herz und wurde von einigen Eltern nach vorne geschrien. So wurde es ein ziemlich intensives Spiel, das die Dänen mit 2:1 ziehen konnten. Die kühlen Temperaturen, der Regen und das auch nicht wirklich weltbewegende Stadion, ließen mich den Anpfiff entgegenfiebern. Nach meiner erneuten Ehrenrunde steuerte ich ein uriges Lokal in der Nähe an und ließ es mir mit einem Schnitzel und einem Bierchen gutgehen. Kurze Zeit später ging es dann zur Fähre und bereits am neuen Tag betrat ich nach einem sehr schönen Ausflug wieder den Boden Helsinkis.

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