USL League One
Zuschauer: 250
Stadium at Memorial Field: New York
Der Sonntag brachte mir das Privileg mal wieder über den großen Teich fliegen zu dürfen. Bevor die Arbeit rief, galt es erst einmal die Zeitverschiebung zu verknuspern. Die altbewährte Strategie: Irgendwie den Tag durchhalten. Da kam mir ein Fußballspiel am Sonntagabend mehr als gelegen. Zunächst gab es jedoch noch ein bisschen WM-Feeling in einer Kneipe in Manhattan, ehe ich dann zur 75. Minute mehr heraustorkelte als herausspazierte, um meinen Zug zu bekommen. Der Vorstadtzug fuhr von der legendären Grand Central Station und die Fahrt war problemlos und entspannt.
Der Bahnhof lag in Mount Vernon, einem Vorort nördlich der Bronx. Der Weg vom Bahnhof zum Stadion war zunächst ganz niedlich und lief an einem Park und einigen Cafés entlang. Später musste man jedoch einen Highway unterqueren und mir dämmerte schon, dass der Rückweg zum Bahnhof den Herzschlag vermutlich etwas erhöhen würde. Aber darüber konnte sich mein Zukunfts-Ich Gedanken machen.
Die Ticketfrage hatte ich vorab erledigt und mir das günstigste Ticket geholt. Die Preisspanne lag dabei von 12$- 80$. Es gab allerdings nur eine Tribüne und keinerlei Kontrollen. Ich frage mich wirklich, ob da jemand auch die teureren Karten ausgewählt hat. Vorstellen, kann ich es mir allemal. Das Stadion wird auch für Football-Spiele genutzt und so war das Spielfeld durch die zahlreichen Yard-Lines für das ungeübte Fußballauge etwas unübersichtlich. Die massive Tribüne, das pittoreske Panorama mit einigen Klippen im Hintergrund und einer Mall zur anderen Seite, stellten mich trotzdem zufrieden. Die Leute waren auch freundlich und es wurden sogar Panini-Alben am Eingang verschenkt.
Es gab eine kleinere Supportgruppe für die Heimmannschaft. Zum Einlaufen wurde etwas gelber Rauch gezündet. Pyro scheint hier erstaunlicherweise echt niemanden zu jucken. Danach gab es nur sporadische Anfeuerungsrufe. Größere Unterhaltung waren die Gespräche, die ich um mich herum belauschte. Dieses Volk ist echt der Wahnsinn!
Das Spiel war eine ziemlich triste Nummer und endete mit einem knappen 0:1 für die Gäste. Fußballerisch war das echt mau. Mit dem Abpfiff verließ ich das Gelände und hoffte darauf einen verspäteten Zug zu bekommen. Das klappte nicht- aber zumindest war der gruselige Abschnitt des Weges dadurch schnell geschafft. Die Verspätung hob sich dann mein Zug auf und so durfte ich noch 40 Minuten an dem Vorstadtbahnhof warten. Irgendwann war es dann vollbracht und wenig später fiel ich endlich in den verdienten Schlaf.




