Women Major League Soccer
Zuschauer: 42.175
Citi Field: New York
In Kanada wüteten Waldbrände und brachten schlechte Luft an die Ostküste der USA. Morgens war die Situation noch in Ordnung- als ich in der Mittagspause nach draußen trat, traute ich meinen Augen kam. Offiziell waren die Luftwerte zwar schlecht- aber nicht katastrophal. Gegen Abend schmeckte jeder Atemzug aber nach Ruß und der offizielle AQI-Wert von circa 200 erschienen mir stark untertrieben. Bis auf die Sandstürme in Peking, habe ich gefühlt nicht so schlechte Luft in China erlebt, wie an diesen Tagen in New York. So machte ich mir auch etwas Sorgen um meinen Anstoß am Abend. Gegen Mittag, verkündete aber der Verein, dass das Spiel vermutlich stattfinden würde.
Die Mannschaft Gotham FC trug am heutigen Abend ausnahmsweise im Citi Field sein Heimspiel gegen Washington aus. Das Stadion hatte ich letztes Jahr schon zu einem Baseballspiel besucht- nun sollte ich es offiziell zählen dürfen. Die charakteristische Form ist dabei schon echt eine Besonderheit. Dazu ist die Lage in Queens ziemlich praktisch und aus Manhattan erreicht man das Stadion in knapp 30 Minuten mit der U-Bahn. So kam ich circa 30 Minuten vor dem kommunizierten Anpfiff am versmogten Stadionareal an. Eile war fehl am Platz, denn schlussendlich wurde das Spiel einfach mit 19 Minuten Verspätung angepfiffen. Aus der NBA erkennt man ja leicht verspätete Starts, die auch kommuniziert werden („Shortly after…“). Ob das heute noch in diese Kategorie „shortly after“ fiel, mag ich zu bezweifeln.
Die Empfehlung eines Herthaners im Ohr, überwand ich meinen Geiz und holte mir noch etwas von dem überteuerten Stadionfraß. Wie beim Baseball im vergangenen Jahr: Ich weiß ja nicht… Das Essen ist aber im Vergleich zu den Getränken wieder fast noch als Schnapper zu werten. Ich nahm meinen Platz ein und wartete auf den Anpfiff. Das Publikum war einmal mehr spannend. Fußball ist wirklich kein Nationalsport. Meinungsstärke aber schon- das strapazierte schon etwas die Nerven. Highlight war eine Konversation zwischen zwei Frauen. Die eine initiierte die Konversation und bewunderte die geflochtenen Strähnen. Sie fragte im Anschluss „Are you a mom?“ Scharf lautete die Antwort „We are both the mom!“ Akwardness was flying in the air.
Aufgrund der schlechten Luft gab es pro Halbzeit zwei Trinkpausen. So kam so gut wie gar kein Spielfluss auf und das war wirklich eine zähe Angelegenheit. Schlussendlich konnte Gotham das Spiel knapp mit 1:0 gewinnen. Das herausragende Tor des Tages erzielte Rose Lavelle (nicht weniger als die Lieblingsspielerin von Kika). Die Null sicherte die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger.
Verkündet wurde später ein ausverkauftes Haus- was mir doch etwas optimistisch erschien. Man wollte aber den New Yorker Rekord für ein Frauensportereignis schaffen. Dank diesem „ausverkauften Haus“ gelang das dann auch. Ich erlebte also wirklich Geschichte… Nach dem Spiel ging es nach draußen und ich bekam recht schnell eine U-Bahn. Kurze Zeit später hatte mich Manhattan wieder und es ging zeitnah ins Bett.






