05.09.2026 SV Meppen- 1.FC Saarbrücken 1:6

3. Liga

Zuschauer: 8.845

Emslandstadion: Meppen

Durch die Auf- und Abstiege in der vergangenen Saison, war meine Komplettierung der dritten Liga obsolet geworden. Mit dem SV Meppen fand sich ein cooler Verein wieder in der dritten Liga ein. So freute ich mich eher auf die Möglichkeit endlich mal nach Meppen zu fahren, um den Ground zu kreuzen. So warf ich immer mal wieder einen Blick auf den Meppener Spielplan und fand früh das Spiel gegen Saarbrücken attraktiv. Durch die Terminierung unseres Spiels gegen Magdeburg auf den Sonntag, ergab sich für das Spiel der Meppener ein günstiges Gelegenheitsfenster.

So richtig durchringen konnte ich mich immer noch nicht. Die Zugverbindungen waren teuer und privat gab es lange Zeit eine Variable, die keine endgültige Entscheidung ermöglichte. Als sich diese geklärt hatte, fragte ich einmal beim Südberliner Orginal nach, ob Interesse bestünde. Absoluten Respekt vor der Reaktion. Ich glaube es gibt nicht viele Leute, die so kurzfristig für so eine Reise zu begeistern gewesen wären. Vor allem, da ich später erfuhr, dass es für ihn nicht einmal ein neues Kreuz sehen würde. Wahnsinn!

Also ging es gegen 08 Uhr am Samstagmorgen los und dank der Turbofahrkünste des Südberliners brauchte ich mir bezüglich einer pünktlichen Ankunftszeit keine Sorgen zu machen. Die Fahrt verging durch Gespräche zügig und um uns auf Meppen einzustimmen, hörten wir auch die Meppener Variante des Groundhopping-Podcasts. In einem an Kunst grenzenden Einparkmanöver wurde der Wagen in eine strategisch günstige Lücke gelenkt und wir liefen die letzten Meter zum Stadioneingang. So richtig ging mir das blöde Grinsen nicht aus dem Gesicht. Die Sonne wagte sich hinter den Wolken hervor, überall liefen Leute in Meppen Trikots zum Stadion und wir hörten feinstes Norddeutsch.

Der Einlass war entspannt und wir hatten Plätze für die wenigen Stufen unter der Gegentribüne. Die Preise waren fanfreundlich und so erfreuten wir uns an Bratwurst und Radler und am entspannten Treiben im Stadion. Das Stadion ist schon wirklich eine erfreuliche Abwechslung unter dem Einheitsbrei der Arenen und Stadien.

Die Fanszene Meppen findet sich in einem kleinen Eckblock der Haupttribüne ein. Die Zaunbeflaggung war ansehnlich. Über der „Amisa Ultras“ Fahne hing ein kleiner Überhänger der Ultras aus Brügge (North Fanatics 13- Probs nach Südberlin für die Recherche). Eine Freundschaft, die ich ehrlich gesagt nicht auf dem Schirm hatte. Die Ultras aus Brügge würde ich aufgrund vergangener Aktionen (Anti-Antifa Fahne, Hitlergrüße) doch recht eindeutig im rechten Spektrum einordnen. Das schmälert dann doch mein Gefühl gegenüber der Gruppe erheblich.

Grundsätzlich war auch hier sehr auffällig wie jung der Haufen war. Gefühlt war in diesem Block kaum jemand über 25. Mit Blick auf das Liedgut war das nicht besonders kreativ. Beachtenswert war jedoch wie kontinuierlich der Support auch nach dem desolaten Spielverlauf, aufrechterhalten wurde. Zudem gab es ein ganz solides Fahnenintro.

Die Gäste aus Saarbrücken kaschierten durch eine gute Positionierung (zumindest während des Spiels) die Tatsache, dass der Gästeblock nur ordentlich gefüllt war. In den Pausen war der Block irre leer. Sektion Bierstand? Mit einem schönen Zaunfahnenbild, stimmigen Tifo und guter Bewegung, sah das nach einem guten Auftritt aus. Aufgrund unserer Positionierung und dem starken Wind, kam bei uns leider nicht allzu viel der melodischen Bretter an.

Auf dem Rasen ließ Saarbrücken Meppen keine Chance und gewann das Spiel mit einem 1:6 Kantersieg. In der ersten Halbzeit spielte Meppen noch ganz gut mit- verursachte jedoch auch da bereits haarsträubende Schnitzer. In der zweiten Halbzeit baute man dann radikal ab und Saarbrücken gewann auch in der Höhe verdient mit 1:6.

Mit dem Abpfiff ging es für uns aus dem Stadion, denn wir hatten noch weitere Pläne. 3. Liga-Komplettierung. Check!

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