2. Bundesliga
Zuschauer: 15.741
Stadion an der Bremer Brücke: Osnabrück
„Endlich wieder Spieltag, ich kann’s kaum erwarten“. Selten passte ein Lied so gut zu meiner Gefühlslage. Eine extrem hohe Virenlast durch permanentes Angehustetwerden am Vortag hatten damit auch ein wenig zu tun. So versprach der Spieltag in Osnabrück auch dadurch für mich eine erhebliche Besserung. Zu einer entspannten Uhrzeit klingelte der Wecker und gegen 08:20 standen dann dankenswerterweise der Südberliner und Nemo vor der Haustür. Das ist schon ein wahnsinniger Luxus! Einmal mehr: Vielen Dank!
Ohne Vorkommnisse schossen wir über die Autobahn und trotz der von mir geforderten Pinkelpause zur Unzeit, konnten wir uns noch an das Ende der Kolonne setzen, die in Richtung Gästeblock rollte. Die Staatsmacht winkte uns konsequent über jeder Kreuzung, sodass wir förmlich durch Osnabrück glitten. Nur an der letzten Abzweigung war man sich nicht so einig, sodass die dargebotene Szenerie großen Unterhaltungswert und Verstörungspotenzial gleichzeitig bot. Zum Schutze der Persönlichkeitsrechte der beteiligten Personen verbleibe ich besser im Ungefähren. Wild!
Wir bekamen dann noch einen perfekten Parkplatz an einem Bahngebäude neben dem Gästeparkplatz zugewiesen. Besser hätte es nicht laufen können. Alleine der Zuweg zum Stadion und das Panorama waren wirklich spektakulär. Die Bremer Brücke sticht aber mal sowas von aus dem Einheitsbreit der Profistadien in Deutschland heraus. Dieses Oldschool Stadion mit dem Panorama des tristen, niedersächsischen Himmels- mehr kannst du vom Fußballgott nicht verlangen.
Der entschlossene Griff in den Intimbereich scheint sich bei den Ordnungsdiensten immer mehr einzubürgern. Maximal unangenehm. Nach etwas Gequatsche betraten wir dann den Gästeblock und ich kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.
Auf dem Rasen entwickelte sich in der ersten Halbzeit eine Partie mit wahnsinniger Intensität. Osnabrück machte das wirklich richtig gut und hielt dagegen. Auf beiden Seiten hätte es schon ausreichende Gelegenheiten für einen Führungstreffer gegeben. Es ging jedoch torlos in die zweite Hälfte. Brekalo sorgte dann mit einem sehenswerten Distanzschuss für die Führung. Sessa erhöhte nach einer Ecke zum 2:0. Der herausragend aufgelegte Marius Gersbeck hielt beim Stand von 1:0 einen Elfmeter und sorgte kurze Zeit später durch einen brutalen Patzer für den Anschlusstreffer der Osnabrücker. Wir mussten nur kurz zittern, denn der eingewechselte Alfa Rubrecht, von dem unsere Reisegruppe nicht überzeugt war, erzielte das 3:1. Wahnsinn! Was für einen Traum leben wir gerade?
In der Halbzeitpause setzte ein heftiger Regenschauer ein und wie erwartet waren die ersten Reihen nicht ausreichend vom Dach geschützt. Der Südberliner antizipierte die nun folgende Eskalation. Wir Fußballfans sind schon einfach gestrickt. Minute 45-65 waren einfach nur der absolute Wahnsinn und im Block rasteten pitschnasse Menschen einfach nur noch aus. Was für ein Spaß. Auch jenseits dieser Phase war das ein durchaus ansprechender Auswärtsauftritt.
Die Osnabrücker Heimkurve sah ebenfalls gut aus an diesem Tag. Das fehlende Dach macht die akustische Bewertung nicht ganz einfach. Optisch hat die Kurve jedoch einen hohen Wiedererkennungswert und gefiel mir gut. Auch dort schien der Regen eher stimmungsfördernd zu sein. Ins Auge sprang mir noch die „Ultras Passion, Before Fashion“, die mir sehr gut gefiel.
Einmal mehr durften wir mit der Mannschaft feiern. Es ist mehr als offenkundig, dass gerade der gesamte Verein zusammensteht und Spaß daran hat Hertha BSC verkörpern zu dürfen. Weiter so, einfach weiter so! Die beiden Pappenheiner wollten dann schnellstmöglich zum Football auf die Couch, sodass wir ohne jegliche Pause zurück bretterten. Dadurch konnte ich zu Hause auch noch etwas Zeit mit den Ha-Ho-Hes verbringen und durfte einmal mehr zufrieden einschlafen.
