2. Bundesliga
Zuschauer: 11.700
Holstein Stadion: Kiel
Auf in den hohen Norden. Ich kann mich einfach nicht kontrollieren. Bei den Auswärtsfahrten in den Norden bin ich per se einfach viel optimistischer gestimmt, als bei Reisen in den Westen oder Südwesten. Erst einmal ging es aber in den hohen Norden Berlins, denn von dort sollte unsere Reise starten. Erst trudelte Nemo ein und kurze Zeit später raste der Südberliner mit voll aufgedrehten Boxen vor. Gespielt wurde die Melodie von „102 Punkte“- wie sollte es anders sein? In der Folge war die Kommunikation etwas schwierig, denn Stimme war beim Südberliner nur bedingt vorhanden.
Die Fahrt verlief entspannt und ohne Verzögerungen und so parkten wir kurz vor 5 in der Nähe des Stadions. Die Parkplatzfee war uns hold und ein herausfahrendes Auto schenkte uns eine herausragende Position. Nice! Wir liefen noch durch die jungen Ausläufer der Heimfanszene und an einigen Choreospendesammlern vorbei. Einen ähnlichen Weg hatte zuvor auch einer unserer Busse eingeschlagen- auch das jedoch ohne tiefergehende Erlebnisse. Wir gingen rein, quatschten hier und da noch ein bisschen und suchten uns dann einen Platz im Block.
Der Gästeblock war natürlich wieder bis auf den letzten Platz ausverkauft und auch ich war im freien Verkauf leer ausgegangen. Vielen Dank an dieser Stelle einmal mehr an den Kartendealer des Vertrauens. Ich weiß es sehr zu schätzen! Unser Auftritt war heute in Ordnung. Gegen Ende der Partie gab es noch zwei situationsbezogene Fackeln, die die Stimmung etwas anheizten. Per Spruchband äußerte man sich noch zu den erneut aufgenommenen Ermittlungen rund um den verstorbenen FCM Fan. „Rivalität darf niemals zum Tod führen- in Gedenken an Hannes“. Mehr Unterschreiben kann man ein Spruchband wohl nicht.
Die Heimfanszene startete mit einer Choreo zum 115-jährigen Jubiläum des Holstein Stadions in die Partie. Dazu wurde zunächst ein Vorhang hochgezogen. Als der Vorhang fiel, kamen in der Mitte drei golden umrahmte Bilder im Fotografiestil zum Vorschein. An beiden Seiten wurde das Bil von blau-weiß-roten Fähnchen flankiert. Das sah schick aus. In der Folge war vor allem der Mittelblock stets bemüht. Wirklich wahrnehmen konnten wir die Heimkurve akustisch jedoch so gut wie nie.
Auf dem Rasen spielte Kiel nicht den erwarteten Walter-Ball. Kiel zog sich extrem zurück und verteidigte diszipliniert und leidenschaftlich. Hertha machte das mit Ball überraschend gut. Klar- man hat da noch Potenziale nach oben- ich fand es aber erstaunlich in Ordnung. Man hatte auf jeden Fall mehr genug Chancen, um in Führung zu gehen. Leider zeigte sich einmal mehr die fehlende Abschlussqualität unserer Stürmer. Sowohl Grönning als auch Schuler ließen 100% Chancen aus. Richtig bitter. Ich wurde immer unruhiger- aber auch die letzte Aktion von Pedersen führte nicht zu einem Tor.
So war nach Abpfiff klar: Da ist der erste Punktverlust und nun ist dann auch klar, dass es maximal „100 Punkte, Hertha BSC“ werden können. Das wurde dann nach dem Spiel auch mit der Mannschaft gesungen und dieser applaudiert. Wirklich, wirklich schade! Es ist echt krass wie sehr ich mich auch noch die gesamte Woche danach über dieses Unentschieden ärgerte. Ich hätte so gerne diese Serie am Leben gehalten- vor allem, da der Sieg mehr als verdient gewesen wäre.
Wir gingen dann recht zügig zum Auto und Nemo recherchierte erstklassig und fand uns in Bad Oldesloe ein nettes Restaurant, das uns noch aufnahm. Drei Currywürste später waren wir zügig zurück auf der Bahn und zu einer ordentlichen Zeit im heimischen Bett. Das ganze Wochenende vor mir zu haben mit einem Sieg in der Tasche wäre einfach Premium gewesen!
