25.10.2026 SG BSG Kali Werra Tiefenort- SG FC Schweina Gumpelstadt II 0:1

25.10.2026 SG BSG Kali Werra Tiefenort- SG FC Schweina Gumpelstadt II 0:1

Kreisliga

Zuschauer: 317

Waldstadion Kaffeetälchen: Tiefenort

Der Sonntag war für mich persönlich ein wichtiger Tag, der im Zeichen des Andenkens stand und den ich dementsprechend würdig gestalten wollte. Gleichzeitig würde der Tag erwartbar emotional nicht einfach werden, sodass ich ein Programm gestalten wollte, das den emotionalen Aspekt handhabbar machen wurde. So landete ich schlussendlich bei dem Ausflug nach Thüringen.

Noch vor dem frühen Wecker wachte ich auf. Aufgrund der Zeitverschiebung hatte die Nacht aber dennoch eine ordentliche Länge. Dann ging es durch strömenden Regen immer weiter in Richtung Süden. Kurz vor der Ankunft lockerte sich der Himmel dann etwas auf und der Regen stoppte, was angesichts der Wettervorhersage einem mittelschweren Wunder glich.

Ich hatte mir eine Wanderung ausgesucht, die eine Runde entlang der Drei Gleichen Burgen ergab. Insbesondere der erste Abschnitt glich dabei einer Herbstsimulation. Der Wind sauste wie verrückt und machte heftige Geräusche. Dazu die Farben der Blätter- das war wirklich wunderschön. Über weite Strecken hielt sich der Niederschlag auch in Grenzen, ehe ich nahe der letzten Burg doch noch in einen ordentlichen Schauer kam. Ich ließ mich davon nicht beeindrucken und besuchte noch die letzte Burg samt einer kleinen Ausstellung und schönen Blicken über das Thüringer Land. Etwas eingeschränkt wird die Szenerie durch die Autobahn, die die Landschaft ziemlich zerschneidet. Ich hatte viel Zeit zum Gedanken kreisen lassen und zum Erinnern. Das war definitiv die richtige Entscheidung.

Ich hatte die Wanderung dann auch etwas schneller geschafft als angesetzt, sodass ich einen ordentlichen Puffer bis zum Spielbesuch hatte. Ich wählte den Weg über die wunderschöne Landstraße und war circa 25 Minuten vor dem Anpfiff nur noch circa einen Kilometer Luftlinie entfernt. Blöd nur, dass ich noch einen Bahnübergang überqueren musste und dieser gesperrt war. Eine Umleitung war nicht ausgeschildert und das Navigationsgerät kannte auch keine alternativen Routen. Oh je! So ratlos war ich lange nicht mehr. Da ich auch noch Geld holen musste fuhr ich eine riesige Schleife nach Bad Salzungen- in der Hoffnung so irgendwie einen anderen Weg zu erschließen. Das Navi wollte mir das nicht ermöglichen- aber auf eigene Faust gelang es mir dann doch noch. Bittere Sache! So kam ich erst um 14:10 am Stadion an.

Ich nahm es gelassen. Heute ging es definitiv um andere Sachen und besser kann man höhere Gewalt wohl nicht definieren. Die Ankunft war dann auch etwas kurios. Noch aus dem Auto kaufte ich mein Ticket und durfte dann hinter der Tribüne langfahren, um zu einem zweiten Parkplatz zu gelangen. Dort war auch alles zugeparkt, sodass ich nicht lange fackelte und den Wagen auf ein Stück mit sehr hohem Gras lenkte. Noch während der Aktion kamen die Zweifel ob ich das Auto da auch wieder rausbekommen würde- aber mit dem Problem durfte sich mein Zukunfts-Ich herumschlagen.

Dank der Umkreissuche- gepaart mit einer gewissen Kapazitätsanforderung hatte ich dieses wunderbare Spiel gefunden. Das Stadion ist sicher vielen Nerds bekannt. Das Stadion, das im August sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert hatte, wurde zu DDR-Zeiten für Spiele in der zweitklassigen DDR-Liga genutzt. Die Lage inmitten eines wunderschönen Waldes könnte kaum idyllischer sein. Dazu sind die massiven, grasbewachsenen Steinstufen ein brutaler Hingucker. Schöner geht es kaum. Das bleibt nicht verborgen und so reicht die jüngste Berichterstattung von Dwidswoch zu Zeiglers wunderbarer Welt des Fußballs. In der kommenden Woche werden in dem Stadion außerdem die Dreharbeiten zum Film Wochenendrebellen II durchgeführt. Zurecht!

Die Atmosphäre war wirklich herausragend. Die Leute waren extrem freundlich. Die Bratwurst schmeckte großartig und die Preispolitik war wahnsinnig fair. Das nutzte ich durch ausufernden Konsum dann auch ausgiebig und insbesondere der selbstgemachte Kuchen stach ebenfalls heraus. Ein Jammer, dass hier nur Kreisligafußball ausgetragen wird. Die Heimmannschaft verlor im Spitzenspiel verdient mit 0:1.

Mein Auto bekam ich problemlos aus der „Parklücke“ und kurze Zeit später ging es dann auf die Landstraße und die Autobahn und den recht langen Weg zurück.

„Mit dem Kopf durch die Wand und in unsere Herzen“.

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