11.11.2017 Ludwigsfelder FC vs Energie Cottbus 1:3

Waldstadion: Ludwigsfelde

Zuschauer: 1.013

Brandenburg Pokal

Manche Spiele fixen einen direkt nach der Ansetzung an. So war es auch bei diesem Brandenburg Pokal- Viertelfinale. Ludwigsfelde? Da war doch was. Abgesehen von den unsäglichen Plänen von Hertha dort ein neues Stadion hinzusetzen, galt es auch noch für mich eine Rechnung zu begleichen. Im Sommer war ich nämlich übermotiviert zu einem Testspiel gegen Tebe nach Ludwigsfelde geradelt. Ich verfuhr mich böse, dehydrierte halb und wurde von miesgelaunten Wendeverlierern angepampt. Belohnt wurde ich mit einem Spiel auf dem Kunstrasenplatz neben dem wunderschönen Waldstadion. Das markierte wohl den Tiefpunkt meiner noch jungen Möchtegern-Hopper-Karriere. Nun sollte ich also die zweite Chance erhalten und dazu noch bei so einem Knallergegner. Der Kartenverkauf startete eine Woche vorher in Ludwigsfelde und ich war fast so besessen, dass ich trotz Masterarbeitschaos hingefahren wäre.

Am Spieltag selber reisten wir mit einer Fahrrad & Regio Kombination in die brandenburgische Industriestadt. Ganze acht Minuten dauert die Fahrt von Lichterfelde Ost. Zunächst ging es zum Stadion, wo wir uns erst einmal die begehrten Tickets sichern konnten. Die alte Frau im Kartenhaus raunzte mich genauso wie beim Testspiel damals an, was also gewisse Tradition hat. Dann ging es in den örtlichen Konsum, der jedoch zu einem westlichen Konsumparadies mutiert war. So nahmen wir ein vorzügliches Mittagsmahl ein und fuhren gestärkt zum Stadion. Dieses ist wirklich ein Prachtstück und besticht neben einer schönen Lage durch je eine schmucke Sitzplatz- und Stehplatztribüne.

Circa 300 Energie Sympathisanten fanden sich im örtlichen Gästeblock ein. Die Situation in der Cottbuser Fanszene ist für mich absolut nicht zu durchschauen. Jedenfalls hing keine relevante Fahne an der Bande und es gab nur sehr sporadische Anfeuerungsversuche. Dafür war Team Green in ähnlicher Stärke vertreten. Ganz anders sah das auf der Ludwigsfelder Seite aus. Hinter einer Fahne „Harter Kern“ feuerten circa 50 Leute ihre Mannschaft kontinuierlich an. Zu Beginn des Spiels gab es sogar eine wirklich sehenswerte Choreo, die trotz des starken Winds einwandfrei funktionierte. Eine völlig unerwartete Supportleistung, die wirklich Spaß machte.

Auf dem Feld kämpfte Ludwigsfelde sehr stark. Cottbus konnte jedoch in der 28. Minute das 0:1 erzielen. Unmittelbar im Anschluss verursachte Ludwigsfelde einen unnötigen Elfmeter und Cottbus erhöhte auf 0:2. Eine selten dämliche rote Karte schwächte Ludwigsfelde noch weiter. Nach 60 Minuten konnte Ludwigsfelde durch den Anschlusstreffer nach einer Ecke sogar noch für Spannung sorgen. Letztlich konnte Cottbus das Ding jedoch mit dem 1:3 entscheiden. Völlig durchgefroren hasteten wir zu den Fahrrädern. Als wir gerade losfuhren lag plötzlich jemand blutend auf dem Bordstein. Laut Beistehenden wurde die Person von hinten niedergeschlagen. Täter und Motive blieben völlig unklar. Mit einem etwas mulmigen Gefühl überließen wir den Sanis das Feld und fuhren zurück in den sicheren Süden Berlins.

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