19.11.2017 SV Werder Bremen vs Hannover 96 4:0

Endlich wieder ein Leben in Freiheit! Und dieses wollte genutzt werden, um die Welt zu entdecken und alten Wirkungsstätten einen erneuten Besuch abzustatten. Als ich sah, dass Werder an unserem spielfreien Sonntag gegen Hannover antreten sollte, rieb ich mir die Hände. Aus unerklärlichen Gründen ist das Weserstadion jedoch stets voll und so gab es bereits keine Tickets mehr für diesen Leckerbissen. Somit wurde meine Bremer Quelle angezapft und schon stand einem Trip in die Hansestadt nichts mehr im Wege.

Für uns ging es am Sonntagmorgen mit dem ICE nach Bremen. Alles lief wie am Schnürchen und wie gewohnt erwartete uns Bremen mit penetrantem Nieselregen und einer grauen Suppe. Herrlich. Wir bezogen zunächst unser Quartier für die Nacht und flanierten dann durch die altbekannten Straßen und schwelgten in Erinnerungen. Bremen, ach was bist du wunderbar! Nachdem wir uns mit dem traditionellen Rollo gestärkt hatten, legte der Regen noch einmal eine Schippe zu und im Verbund mit der einbrechenden Dunkelheit, wurde das Gemüt etwas strapaziert. Respekt an jeden Einzelnen, der die Winter in Nordeuropa überlebt.

Wir liefen zu Fuß zum Stadion und trafen uns am Stand von Infamous mit unserem Informanten. Für den gemeinen Herthaner ist die Situation in Bremen jedes Mal aufs neue ungewohnt, denn vor dem Ostkurveneingang steht jede Gruppe mit einem Stand für sich. Und in Bremen gibt es ja bekanntlich einige Gruppen. Wir quatschten ein wenig und betraten dann die Bremer Ostkurve, in die ich seit knapp 10 Jahren keinen Fuß mehr gesetzt hatte. Damals traf Diego per Fallrückzieher, während die Zeiten heute ein wenig härter aussehen.

Wir stellten und an den Rand der Kurve, die 45 Minuten vor Anpfiff bereits zum Bersten gefüllt war. Wir stellten uns also auf die Treppe. Ich hasse wirklich Varioseats, die nie ein wirkliches Stehplatzfeeling aufkommen lassen, sondern dafür sorgen, dass der Platz kaum genutzt werden kann. Bremen startete das Spiel mit einem schönen Fackelintro, um die Mannschaft zu motivieren. In der Folge war die Stimmung jedoch erschreckend schwach. In den Randbereichen der Kurve machte wirklich niemand mit. Da erscheint das Meckern bei Hertha wirklich auf einem hohen Niveau zu sein. Es brauchte schon so Lieder wie: „Steht auf, wenn ihr Bremer seid“, um die Leute zum Mitmachen zu animieren, was mich stets ziemlich deprimiert. Die Aktiven im Zentrum waren bemüht, aber der Rest der Kurve war wirklich sehr schwach. Das Publikum bestand eher aus Bionadetrinkern denn aus guten Prolls.

Hannover hängte zentral vor den Zaun die „Kind muss weg“ Fahne auf und hüllte sich ansonsten in Schweigen. Wie entschlossen die Hannoveraner Fanszene diesen Weg bestreitet, erfordert meinen größten Respekt. Macht weiter so und hoffentlich gibt es noch einen positiven Ausgang.

Werder spielte nicht großartig, aber die Mannschaft verfügt zumindest offensiv über enormes Potenzial. Gerade bei Kontern ist die Mannschaft enorm gefährlich und so konnte sich vor allem Max Kruse mit drei Toren in den Vordergrund spielen. Das Spiel endete mit einem überzeugenden 4:0 Sieg für Werder, der einen wichtigen Befreiungsschlag symbolisiert.

Nach dem Spiel liefen wir durch den nun fast utopisch heftigen Regen ins Viertel, wo wir noch einen Absacker tranken, bevor es in die wohlverdiente Wärme ging. Ein Moin aus der wohl chilligsten deutschen Großstadt!

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