26.11.2017 1. FC Köln vs Hertha BSC 0:2

Müngersdorfer Stadion

Zuschauer: 47800

1. Bundesliga

 

Und munter weiter ging es mit dem wöchentlichen Spielewahnsinn. Für mich ging es am Morgen aus Paris mit dem Thalys ins Rheinland. Etwas Hektik kam auf, da ich morgens am falschen Bahnhof war. Ich hatte mir nicht einmal die Mühe gemacht den Abfahrtsbahnhof zu prüfen, da ich mir sicher war zum Gare de l’Est zu müssen. 20 Minuten vor Abfahrt stellte ich fest, dass mein Zug vom Gare du Nord abfuhr. Zum Glück sind die Bahnhöfe dicht beieinander, sodass ich den Zug ohne Schwierigkeiten erreichte. Gegen 11.00 war ich dann schon in Köln und wurde von Vudi Röller sowie Jekatarinenburg-Krissi samt Freundin empfangen. Dann ging es in das wunderbare Städtchen Bonn, wo es laut allen Menschen, mit denen ich je gesprochen habe: „nichts gibt. Was willst du denn da?“. Wir schlenderten ein wenig durch die recht schmucke Stadt und aßen bei einem vorzüglichen tibetischen Imbiss. Dann trennte ich mich von der Gruppe, um den Mietvertrag für die kommenden Monate im Exil zu unterzeichnen. Aufgrund des recht netten Gesprächs, ließ ich den Mob warten, was mir eine ordentliche Portion Hass einbrachte. Am Rhein ging es dann zurück zum Bahnhof und für mich in Richtung Stadion. Ich lief zum Neumarkt und nahm von dort eine Bahn und wieder einmal stellte ich fest, wie unangenehm ich Köln finde. Der Anfahrtsweg zum Stadion ist eine reine Tortur. Die Millionenstadt Köln schafft es nur Straßenbahnen einzusetzen, die zum Stadion schleichen. Die stets prall gefüllte Bahn wird dann zum intensiven Austausch über den „Effzeh“ genutzt. Leute, die sich in jeder anderen Stadt ignorieren würden, sind bereits nach zwei Stationen beste Freunde und machen für die gesamte Fahrt den gleichen Witz immer und immer wieder. „Der hat auch Muskel“. Ja hömma, das ist eben das Rheinland. Furchtbar. So stellte ich mich die Fahrt schlafend, um nicht auch noch meinen Senf zu den Muskelverletzungen der FC Kicker abgeben zu müssen. Als endlich die Türen aufgingen, floss Glück durch meinen ganzen Körper und im Stechschritt entfernte ich mich vom rheinländischen Singsang. Die Kontrolle war sehr penibel und als der Ordner dann auch noch meinen Schal zerknüllte, wurde die Situation etwas hektisch. Penner! Eine knappe halbe Stunde vor Anpfiff war der Gästeblock noch sehr spärlich besetzt, aber kurz nach mir kam dann auch die Ultraszene und nach etwas Gequatsche ging es auch schon los.

Ich war mir eigentlich sicher, dass wir heute eine Niederlage einstecken würden und uns weiter nach unten orientieren müssen. Im Endeffekt kam es einmal anders und wir fuhren einen relativ ungefährdeten 0:2 Auswärtssieg ein. Das Spiel wurde von der souveränen Bibiana Steinhaus geleitet, die nach vier Minuten Videobeweisintervention einen Handelfmeter zu unseren Ungunsten nicht gab. Die Tore wurden durch den kriselnden Vedator erzielt, der gemeinsam mit dem Selke Davie in der Doppelspitze auflief.

Vielleicht 1.300 Herthaner fanden sich zu dieser bescheuerten Anstoßzeit auf den Sonntagabend in Köln ein. Den Umständen entsprechend sicherlich ordentlich, auch wenn auch aus der Fanszene heute etliche Gesichter fehlten. Das Spruchbandbattle gegen Köln ruhte heute erst einmal. Köln gedachte der kürzlich verstorbenen Vereinslegende Hans Schäfer. Zunächst gab es einen Gedenkmarsch und im Stadion wurden die Zaunfahnen mit Spruchbändern überhangen. Zudem wehte in der Kurve lediglich eine Gedenkfahne. Eine schöne Aktion, die einen ansonsten extrem schwachen Auftritt jedoch nicht kaschieren kann. Selbst mit der geringen Anzahl an Leuten hatten wir zu keinem Zeitpunkt Probleme die Stimmungshoheit im Stadion zu erlangen. Auf unserer Seite war das heute durchschnittlich, aber es machte einfach Spaß im kleinen Kreis zu stehen, gegen Köln zu pöbeln und die Mannschaft zu unterstützen. Ein rundum gelungener Tag. Nach dem Spiel ging es mit der Bahn zum Neumarkt und der Abend wurde in einem netten Restaurant in guter Gesellschaft abgerundet.

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