30.12.2017. Moreirense FC vs Vitória Guimarães 3:3

Parque Desportivo Comendador Joaquim de Almeida Freitas

 

Zuschauer: 1990

 

Taça da Liga

 

 

Auch zwischen Weihnachten und Sylvester rollt in Portugal der Ball. Ein angenehmer Nebeneffekt der viel erwarteten Reise in das vermutlich schönste Land Europas. Die Terminierung des Ligapokals ließ lange auf sich warten und war dann etwas kurios. Am Vortrag fanden bis auf die Partie in Braga, alle Spiele im Zentrum oder im Süden des Landes statt. Am heutigen Tag hingegen lagen alle Austragungsorte in einem Radius von 30 Kilometer zueinander. Trotz der kurzen Pause zwischen den Spielen, drängte sich ein Doppler so förmlich auf und so galt es nur noch die beste Kombination zu finden.

Die Entscheidung für die Partie von Moreirense fiel dabei leicht. Zum einen wirkte der Ground auf den Bildern recht ansehlich. Zum anderen, freute ich mich sehr darauf Guimarães endlich mal wieder in Aktion zu sehen. Seit zwei Spielbesuchen in 2016 und 2017, sind deren Fans für mich ein echter Geheimtipp. Zwischen den beiden Spielorten lagen nur 14 Kilometer, aber die Fahrzeit von knapp 30 Minuten ließ böses bezüglich der Qualität der Streckenführung erahnen. So fuhren wir zunächst nach Paços de Fereira, um unser Quartier für die Nacht zu beziehen und schon einmal das dortige Stadion zu begutachten. Dort war schon mächtig Trubel und so dauerte es einige Zeit, um einen Parkplatz zu finden und die Tickets für den Pokalschlager zu sichern.

Der Weg zum Stadion von Moreirense führte uns dann über einen Berg, sodass man früh einen Blick auf die Flutlichter des Stadions hatte, was die Vorfreude ins Unermessliche steigen ließ. Der Blick auf die Uhr dämpfte diese jedoch auch wieder erheblich, denn wir waren spät dran. Die letzten Meter durch ein Wohngebiet wurden immer abenteuerlicher und dann standen wir plötzlich mitten in einem Dorf vor dem Stadion. Wir hatten viel Mühe mit der Parkplatzsuche, sodass wir mit drei Minuten Verspätung die Haupttribüne des Stadions betraten. Verspätung bei Spielen von Guimarães scheinen Tradition zu haben. Wir setzten uns in die Nähe der Guimarães Fans, sodass wir den wunderbar eingängigen Melodien lauschen konnten. Was für Ohrwürmer, die während der Spielzeit herausbretterten, war schon fast legendär. Fast bei jedem Lied musste man mitwippen und mitsummen. Dazu sind die Jungs und Mädels auch wirklich gute Sänger, sodass der Auftritt wirklich Spaß machte. Unterlegt wurden die Gesänge von etlichen einfachen Fahnen, die den guten Eindruck vervollständigten.

In der Halbzeit schlenderten wir über die Tribüne und warfen einen Blick auf den circa 60 Mann starken Haufen von Moreirense. Akustisch waren sie nur beim Jubel nach den Toren zu vernehmen, aber gestört haben sie auch niemanden. Wie Vudi Röller so schön sagt: In Portugal kann man froh sein über jede kleine Szene, die sich im Schatten der drei großen Vereine nicht unterkriegen lässt. Ich kaufte mir noch eine Lebensmittelmarke, die ich dann für ein Brot mit Chorizo eintauschte. Es lebe die Effizienz.

Das Spiel übertraf jegliche Erwartung. In einem irrwitzigen Tempo ging das Spiel von der einen Richtung in die andere. Daran mussten sich meine Hertha erprobten Augen erst einmal gewöhnen. In der zehnten Minute grätschte der bullige Stürmer von Guimarães in einen Rückpass zum Torwart und erzielte so das 0:1. In der Folge ging es hin und her und es blieb letztlich bei einem sehr unterhaltsamen 3:3. Wow, das machte Spaß. In der 79. Minute verließen wir das Stadion, um das zweite Spiel noch halbwegs zeitnah zu erreichen und um dem drohenden Parkchaos zu entgehen. Spaß macht es nicht eher zu gehen, vor allem, wenn man dadurch um wertvolle Minuten mit Guimarães gebracht wird. Traumhaft war es dennoch.

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1 Comment

  1. Hi Benni, wer vor dem Abpfiff aus dem Stadion geht, muss schon gute Gründe haben. Sicher bekamst Du böse Blicke hinterher geworfen. Mach Dir nichts draus. Wenn wir im Theater in Wolfenbüttel sind, gehen die alten Leuten auch immer gerne sofort nachdem das Stück beendet ist und warten nicht, bis sich der Beifall gelegt hat. Du bist also in guter Gesellschaft.

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