19.01.2018 Hertha BSC vs Borussia Dortmund 1:1

Olympiastadion: Berlin

Zuschauer: 65893

  1. Bundesliga

 

Ich hätte die Terminierung des DFBs fast antizipieren können. Durch die Europapokalteilnahme wurden wir in der bisherigen Spielzeit noch mit Freitagsspielen verschont. Das konnte natürlich nicht ewig so bleiben und so kam direkt beim ersten Heimspiel die Quittung. Aufgrund meiner vorrübergehenden Verbannung ins Nordrhein-westfälische Exil, stellte mich diese Terminierung vor ziemliche Schwierigkeiten. Da die 34er Saison in diesem Jahr das größte aller Ziele ist, ließ ich mich schnell auf einen Handel mit dem Teufel ein und buchte einen Inlandsflug nach Berlin. Eine moralisch fragwürdige Entscheidung, die sicher einige in meinem Umfeld wohlwollend zur Kenntnis genommen haben und mir bei zahlreichen Gelegenheiten unter die Nase reiben werden.

Um 15.00 verließ ich meine Arbeit und fuhr mit der Bahn zum Hauptbahnhof und dann mit einem Bus zum Flughafen. Mehr aus Unwissenheit, als aus böser Absicht fuhr ich dabei auf beiden Strecken zumindest grau, da ich im ersten Fall nur eine Kurzstrecke löste und im zweiten Fall nur den Aufschlag für Monatskartenbesitzer zahlte. Aber hömma, dat ist dat Rheinland. Da spreche selbst die Automaten eine eigene Sprache!

Aufgrund eines Staus im Automoloch NRW, breiteten sich einige Schweißperlen auf meiner Stirn aus. Durch einen Stechschritt und gute Antizipation konnte ich jedoch nach wenigen Minuten die Sicherheitskontrolle passieren und kam genau pünktlich zum Einstieg in das Flugzeug. Gegen 18.00 landete ich dann in Tegel und fuhr nach Charlottenburg, wo ich noch mit einem befreundeten Herthaner einen vorzüglichen Döner vertilgte.

Dann ging es mit der S-Bahn zum Olympiastadion und ich hatte noch ein Problem auf den Rücken. Seit Beginn der neuen Saison darf man nur noch A4 große Taschen in jedes Bundesligastadion bringen. Bei zahlreichen Anstößen unter der Woche bringt das einige Leute ziemlich in die Bredouille, gerade in einer Stadt wie Berlin, die nicht so klein ist, dass man eben noch einmal nach Hause fahren kann, um die Tasche abzustellen. Anstatt einer kostenfreien oder zumindest kostengünstigen Gepäckaufgabe, gibt es eine kommerzialisierte Firma, die aus dieser Situation Profit schlägt. Mit vier Euro pro Stück, machen die Aufbewahrungspreise dabei denen am Hauptbahnhof noch Konkurrenz. Ein wahrlicher Witz! Die Verstecktaktik war bei einem Laptop im Gepäck auch nicht praktikabel und so zahlte ich schweren Herzens das Geld an die Turbokapitalisten.

Dann ging es in die Kurve, die zu diesem Zeitpunkt schon ganz gut gefüllt war. Kurz vor Anpfiff wurde es jedoch immer voller und ich wünschte mir langsam beim Weihnachtsschmaus nicht fünf Gänse verdrückt zu haben. Wir starteten heute mit einem Chaos-Intro durch Tausende Kassenrollen im Ober- und Unterring in die Partie. Wieder einmal war es faszinierend wie wenig Gehirn der Durchschnittsmensch besitzt. So gab es einen Frühstart bei der Aktion, was dem insgesamt gelungenen Bild etwas abträglich war. Dennoch eine schöne Aktion. Wir starteten schwungvoll in die Partie und lieferten eine zufriedenstellende Halbzeit ab. Die Gesänge waren schön laut und die Mitmachquote solide. Die Dortmunder Ultraszene kam (wegen Verkehrsproblemen?) erst zur 25. Minute ins Stadion und wusste in der Folge zu überzeugen. Optisch schön anzusehen und eine schöne Lautstärke. Das machte Spaß! Mindestens 25.000 Leute waren heute Dortmund Sympathisanten, was einiges über die Qualität unserer Mitmenschen und die Attraktivität Herthas aussagt.

In der zweiten Halbzeit startete eine Untergruppierung von The Unity mit einer sehr ansehnlichen Pyroshow anlässlich ihres 15. Geburtstags. Das war sehr freundlich, denn es untermalte wunderbar den Führungstreffer von Selke, der unmittelbar nach der Pause fiel. Wir lagen uns in den Armen und glaubten langsam an den Sieg. Hertha war nämlich durchaus die bessere Mannschaft, mit mehr Spielanteilen. In der Folge zog sich Hertha jedoch weit zurück und so kam Dortmund zu etlichen Chancen. Kurz danach war der Ball jedoch zum zweiten Mal im Dortmunder Tor. Der Schiri entschied aber auf Abseits und anscheinend hätte der Herr Duda seinen Fuß nicht unbedingt heranhalten müssen. Bitter, vor allem da Duda durch einen fatalen Fehlpass den Gegentreffer der Dortmunder einleitete. Ich mag den Jungen dennoch und würde mich freuen, wenn er mehr Spielanteile bekäme.

Am Ende konnte man mit dem Punkt zufrieden sein, denn Dortmund hatte noch etliche Chancen und hätte in der Schlussminute auch einen Elfmeter bekommen können. Ein wenig ärgerlich war das Ergebnis dennoch, vor allem aufgrund der bescheuerten Niederlage in Stuttgart letzte Woche. Nun heißt es in Bremen etwas mitzunehmen, bevor es wieder nach unten geht.

Ich verabschiedete mich von den Jungs, stand viel zu lange an der Gepäckschlange und stürzte mich dann in das S-Bahn Getümmel, das ich durch mein Fahrrad so angenehm lange vermeiden konnte. So dauerte es ziemlich lange, bis ich über das Westkreuz nach Potsdam fuhr und bei Missistippi mein Nachtquartier bezog. Danke dafür!

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