17.03.2018 Hamburger SV vs Hertha BSC 1:2

  1. Bundesliga

Zuschauer: 52159

Volksparkstadion: Hamburg

 

Selbst für mich als Europapokalerprobten Herthaner, stellte dieser Spielrythmus eine gewisse Herausforderung dar. Denn nach nur einer passablen Nacht klingelte der Wecker bereits wieder gegen 06.00, denn der Bundesligaalltag rief. Mit dem Zug ging es in die Hansestadt und ich trat den Trip doch mit einer gewissen Vorfreude an. Hamburg ist eine der nicht mehr so zahlreichen Fahrten die wirklich Spaß macht und auch das Stadion und die Fanszene des HSV sind kleine Lichtblicke in einer Liga in der mittlerweile die Retortenclubs einen großen Anteil stellen.

Über Nacht gab es einen erneuten Wintereinbruch und sogar Sturm über Teilen von Deutschland, sodass die Bahn mit einem Oberleitungsschaden um Hamburg zu kämpfen hatte. Das machte die Fahrt etwas langwierig und zwischenzeitlich war es ungewiss, ob wir Hamburg überhaupt erreichen würden. Wider Erwarten wurde der kurzfristig anberaumte Zwischenstopp in Buchholz jedoch kurzgehalten und nach etlichem Tohuwabohu erreichten wir mit einer einstündigen Verspätung doch noch den Hamburger Hauptbahnhof. Dort war meine Aufenthaltsdauer dann zusammengeschmolzen und so musste ich mich etwas beeilen, um noch ein Zwischenlager für meinen Rucksack zu finden und etwas Essen zu fassen. Beide Bedürfnisse konnte ich in der nahegelegenen Stadtbücherei befriedigen. Die Lagerung des Rucksacks erforderte jedoch eine Prise Straßenintelligenz, die ich glücklicherweise aufbieten konnte. Nach dem obligatorischem Schein im Wettbüro war es dann auch schon allerhöchste Eisenbahn, um zum Stadion zu fahren. In der Straßenbahn und auf dem Weg zum Block, gab es ungewohnt viele Reiberein zwischen Hamburgern und Herthanern. Irgendwie war hier der Tenor, dass Hamburg es nun verdient habe endlich mal abzusteigen. Diese ungefragte Mitteilung sorgte dann für eine Reihe von Spannungspunkten. Vollkommen unnötig und dieses Kopf an Kopf ohne dass etwas passiert habe ich in meinem Leben einfach zu oft gesehen. Unangenehm.

 

Die Kontrolle war unfassbar langwierig und ich geriet mit dem Herren aufgrund der Langwierigkeit auch in einen kleineren Disput. Irgendwann war ich dann endlich im Block, ließ mich nach unten durchschubsen und begrüßte einige Leute. Die Stimmung war auch schon ausgelassen und neben einer Abwandlung des Bundesligastandardlieds mit Seitenhieb auf den HSV gab es auch eine neue Melodie im Gästeblock zu bestaunen. Meiner Meinung nach- der große Wurf. Eine Wahnsinnsmelodie, stimmiger Text. Wow! Das machte richtig Spaß! Dementsprechend schwungvoll starteten wir auf den Rängen auch in die Partie und konnten im Großen und Ganzen überzeugen. Dennoch etwas bedenklich, dass vor allem die Pöbeleinlagen richtig schepperten, während die eigenen Gesänge doch etwas verhaltener kundgetan wurden. Circa 6.000 (?) Herthaner waren heute in Hamburg zugegen, was für uns fast schon eine grandiose Zahl ist. Wo wart ihr nur alle bei den Auswärtsspielen in der Hinrunde?

 

Spielerisch trat in der ersten Halbzeit ein, was wohl alle erwartet hatten. Der HSV spielte durch den Trainerwechsel beflügelt munter nach vorne. Hertha hingegen zeigte wenig und war pomadig unterwegs. Dementsprechend unruhig wurde auch der Berliner Anhang auf den Rängen. Als in der zweiten Halbzeit dann der Ausgleich fiel, war die Moral der Hamburger gebrochen und der anschließende Führungstreffer für die alte Dame war folgerichtig. Hamburg verfiel dann in eine Schockstarre und so war der Sieg am Ende auch durchaus verdient.

Die Fanszene des HSVs supportete die Mannschaft durchaus beeindruckend. In dieser sportlichen Situation wirklich beachtlich. Nach dem Ausgleich war dann verständlicherweise die Luft raus. Nach dem Abpfiff marschierte dann die Polizei mit Hundestaffel auf, um einen Platzsturm zu verhindern. Im Fanblock der Hamburger gab es dann noch eine kurze Hauerei zwischen Kutten und der Clique du Nord. Anscheinend echauffierten sich die älteren Semester, dass die Ultraszene nach dem Ausgleich die Unterstützung eingestellt hatte. Zum an den Kopf fassen dieses Verhalten und es ist der Hamburger Fanszene zu wünschen, dass sie stark durch diese Phase kommt und die mediale Hetzjagd und die Repressionsschraube des Vereins übersteht.

 

Ich verließ kurz nach Abpfiff den Block, denn um 18.30 sollte meine Mitfahrgelegenheit am Hamburger Hauptbahnhof losfahren. Aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände, ließ ich diese dann eine gute halbe Stunde warten, bevor es zügig zum Berliner Südkreuz und in den geliebten Berliner Süden ging.

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