12.05.2018 Hertha BSC vs Red Bull Leipzig 2:6

  1. Bundesliga

Zuschauer: 60.502

Olympiastadion: Berlin

 

Das letzte Spiel der Saison fand heute gegen das unbeliebte Brausekonstrukt statt. Wie schon im Großteil der vergangenen Jahre, wurde die Saison mit einem Abschlussmarsch ausgeläutet. Aufgrund des Gegners wurde der Marsch flux zum Traditionsmarsch umdeklariert. Überpünktlich formierte sich der Zug gegen 12.45 am Theodor-Heuss-Platz. Danach ging es im Rentnertempo die knapp 2,5 Kilometer bis zum Olympiastadion. Diese Saison wurde nur in Rostock und in Östersund gezündet und die Herthaner schienen Platz im Keller zu brauchen, denn den gesamten Marsch über wurden Berge von Pyrotechnik verballert. Gerade im vorderen Teil des Zuges waren konstant Fackeln und Rauchtöpfe am Brennen, aber auch unorganisiertere Teile der Fanszene versuchten sich fleißig als Pyromanen. Nicht immer mit dem größten Talent und so wurde der Weg zum Spießrutenlauf an brennenden Fackeln und Rauchtöpfen vorbei. Hier hätte etwas mehr Augenmaß gutgetan. Dennoch vor allem optisch ein imposanter Marsch, an dem sich schätzungsweise 2.000-2.500 Herthaner beteiligten.

 

Für mich ging es dann schnell ins Stadion und in der Kurve ölte ich mich in der Sonne, denn die ganzen Fackeln hatten den Berliner Himmel aufgelockert und es fand sich kaum mehr ein Wölkchen am Himmel. Eigentlich beste Voraussetzung für ein ausverkauftes Haus, aber nur 60.000 Zuschauer waren im Stadion zugegen. Nicht weiter verwunderlich bei den utopischen Eintrittspreisen. Gut und gerne 12.000 Konsumenten aus Leipzig bevölkerten die gegenüberliegende Seite, was einen einmal mehr sprachlos werden lässt. Welche Akzeptanz dieser Verein bei dem Dummvolk findet, ist schockierend. Fahnen gemalt, Melodien kopiert und durch die vielen Leute akustisch besser als viele andere Gästeszenen… Ein trauriges Bild. Auch sonst scheint man sich an anderen Kurven zu orientieren, denn es gab unter anderem auch Spruchbänder gegen das Polizeiaufgabengesetz in Bayern.

 

Die Ostkurve verkaufte sich den Umständen entsprechend ganz gut. Zu Beginn startete man mit einiger Power in die Partie. Optisch leitete man die Partie mit großen Doppelhaltern ein, die das Bild „125 Jahre Hertha BSC“ ergaben. In der zweiten Halbzeit wurde ein „Nein zu RB“ per Doppelhalter gezeigt und ein großes Spruchband „Bullenhass“ wurde über die Ostkurven Fahne im Oberring gehangen. Nachdem die Mannschaft sich immer mehr abschlachten ließ, wurde auch die Stimmung gedämpfter. Als absolut keine Hoffnung mehr bestand, wechselte man thematisch erneut das Feld und besang das eigene Dasein als Thekensportler. Richtig laut wurde es dann noch, als der HSV in die zweite Liga verabschiedet wurde. So richtig nachvollziehen, kann ich diese ganze Häme nicht und ich finde es beängstigend, wenn solche Lieder mit mehr Inbrunst gesungen werden, als Lieder für den eigenen Verein. Aber anscheinend genau das richtige für den gemeinen Stadiongänger. Das Lied wurde auch von anderen Vereinen fleißig kopiert und gesungen. Ciao HSV, kommt gerne im kommenden Jahr wieder zurück. Während des Spiels wurden noch zahlreiche Spruchbänder gezeigt. Neben der Digitalisierungskampagne des Vereins, gab es Spruchbänder zum Polizeiaufgabengesetz, Red Bull und der ME/CFS Krankheit.

 

Nach dem Spiel zeigte die Ostkurve einmal mehr Größe und verabschiedete Julian Schieber ausgiebig. Ein Zeichen, dass man als Spieler nur ein wenig Respekt zeigen muss, um viel Liebe zu bekommen. Der ebenfalls wechselnde Mitchell Weiser hatte nicht einmal die Größe heute noch zu spielen und sich zu verabschieden. Sein Abschied war überfällig und sicherlich wird kein Herthaner diesem arroganten Schnösel eine Träne nachweinen. Auch der Rest der Mannschaft wurde positiv in die Sommerpause verabschiedet, nicht ohne jedoch darauf zu verweisen: „Nächstes Jahr schießt Ihr uns aber nach Europa“. Und das war es dann auch.

 

Nach dem Spiel nahm ich einige Gratulationen entgegen, denn die 34er Saison war endlich eingetütet. Nach etlichen Versuchen, die nur minimal scheiterten, hat es diese Saison endlich geklappt. Dazu kommen noch 6 Spiele im Europacup, sowie 2 Spiele im DFB Pokal. Ich war bei jedem Pflichtspiel von Hertha BSC in dieser Saison dabei. Um dieses Meisterstück zu vollbringen, habe ich 30.962 Kilometer zurückgelegt. 21.756 Kilometer im Zug, 4.578 Kilometer mit dem Flugzeug, 2.169 Kilometer mit dem Auto, 2.069 Kilometer mit dem Fernbus und 390 Kilometer mit dem Fahrrad.

 

Und die 42 Spiele waren ereignisreich. Oft verspürte man Frust, Leid und war genervt, umso öfter waren jedoch Glückseligkeit, Spaß und pure Emotionen im Spiel. Momente, die man nie vergessen wird und von denen man noch im Alter seinen Enkeln erzählen wird. Die perfekte Saison mit Hertha BSC. Was für ein Gefühl? Tschüssikowski und ein dickes Ha Ho He!

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