16.09.2018 VFB Germania Halberstadt vs Budissa Bautzen 3:0

Regionalliga Nordost

Zuschauer: 401

Friedensstadion: Halberstadt

 

Das Friedensstadion in Halberstadt stand schon recht lange auf meiner Liste der zu kreuzenden Grounds. So umspielte ein Lächeln mein Gesicht, als ich die Terminierungen um das Wolfsburgspiel herum sah. Das Rückfahrticket mit dem Zug wurde auf den frühen Sonntagabend gebucht, um den Abstecher nach Halberstadt möglich zu machen. Ob aus Gleichgültigkeit, Resignation oder Nächstenliebe- aber recht schnell war auch prominente Begleitung für den Ausflug nach Sachsen-Anhalt eingetütet.

Als wir Halberstadt bei strahlendem Sonnenschein erreichten, fielen den Mitfahrenden wohl die Augen aus dem Kopf, denn das Stadtzentrum war traumhaft schön. Eine wunderbar restaurierte Altstadt, mit einem verschlafenen Charme, empfing die Besucher. Nach einem kleinen Spaziergang rief das Friedensstadion jedoch schon nach uns und übertönte die charakteristischen Glocken des Domes. Die Karten waren mit 9 Euro für einen Stehplatz nicht gerade günstig. Dafür konnte man ohne Probleme auf die Tribüne wechseln, für die eine Karte noch einmal einen Fünfer mehr gekostet hätte.

Wir kamen kurz vor dem Anpfiff an und so liefen auch schon die Mannschaften ein, als wir unsere Plätze eingenommen hatten. Die Rollen waren eigentlich klar verteilt. Budissa war durch einen passablen Ligastart der Favorit, während Halberstadt bisher erst einen Dreier eingefahren hatte. Auf dem Spielfeld jedoch verkehrte Welt: Halberstadt agierte unglaublich bissig und spielte mit Wucht nach vorne. Zur Halbzeit stand es völlig verdient 3:0 für die Heimmannschaft. Die zweite Halbzeit hätte man sich dann fast schenken können, denn viel passierte nicht mehr.

Auch das kulinarische Angebot wusste zu überzeugen. Mit etwas mehr Abgezocktheit hätte man sich auch kostenneutral im Vereinsrestaurant bewirten lassen können. So blieb es bei kleineren Snacks, ehe pflichtschuldig für die Bratwurst gezahlt wurde. 2 Euro sind dabei eine Hausnummer und auch geschmacklich gab es nichts auszusetzen.

Auch auf den Rängen wurde einem etwas geboten. In einem Stehblock flaggte eine große „Ultras Halberstadt“ Fahne. Die dort stehenden Leute stimmten zielsicher nach jedem Tor ein „Schalala“ an und verfolgten ansonsten das Spiel schweigend und schwenkten sporadisch eine Fahne. Es gab jedoch noch einen zweiten Stimmungsblock, um die „Rot-Weißen-Zwerge“ samt Zaunfahne und einheitlichen Shirts. Das Besondere? Keiner der Protagonisten war über zehn Jahre. Weltklasse! In der Form auch noch nicht gesehen und von der Liedauswahl und der Melodiefähigkeit auf Augenhöhe mit so mancher Bundesligaszene!

Viel zu schnell war dieser Fußballnachmittag schon wieder vorbei. Man hätte noch ewig vor sich hin sinnieren können, das Türmchen bewundern und mittelklassigen Fußball beklatschen. Regionalliga kann so schön sein!

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