30.10.2018 SV Darmstadt 98 vs Hertha BSC 0:2

DFB Pokal

Zuschauer: 15.000

Stadion am Böllenfalltor: Darmstadt

Ein gutes Los in der zweiten Runde des DFB Pokals. Und obwohl Darmstadt auf dem Papier stärker war, als der Erstrundengegner Braunschweig, machte ich mir kaum Sorgen. Ich war sogar so leichtsinnig einen Zug zu buchen, den ich nur erreichen würde, wenn das Spiel innerhalb der regulären Spielzeit einen Sieger fände.

Gelinde gesagt, hatte ich trotzdem keine Lust auf dieses Spiel heute. Nur zwei Tage Ruhepause nach dem Dortmundspiel. Unsere Gesichter in allen Medien, viel einseitige Berichterstattung und harsche Worte von Herthas Vereinsoffiziellen. Und doch raffte ich mich wieder auf, an einem Dienstag meiner Liebe zu folgen. Englische Wochen, führen einem noch einmal schmerzhaft vor Augen, dass man wirklich nicht normal ist. Wenn man mit Homeofficetagen improvisiert, Urlaubstage verballert, um seiner Mannschaft hinterherzufahren, dann ist man wohl jenseits von Gut und Böse.

Die Anreise trug nicht unbedingt zu meinem Wohlbefinden bei. Der gebuchte Zug fiel aus, der Alternativzug hatte eine heftige Verspätung, sodass ich mit einer knappen Stunde im Gepäck Mainz erreichte und Röller für ein spätes Mittagessen traf. Durch meine Verplantheit, stellte ich spät fest, dass es sogar etwas knapp werden könnte. Egal, ich nahm trotzdem den späten Regio und kam um 17.40 in Darmstadt an. Dort schloss ich noch meine Sachen weg und quetschte mich dann in die erstbeste Straßenbahn. Wir kamen nur sehr langsam voran, sodass der Anpfiff langsam in Gefahr rückte. Ein Smartphonebesitzer, verkündete dann jedoch einen verschobenen Anpfiff, da die Mannschaft ebenfalls im Stau steckte.

So lief ich durch den Wald zum Gästeeingang und traf zeitgleich mit der Fanszene ein. Auf dem Weg zur Einlasskontrolle, tauschte man sich über die Erlebnisse und Eindrücke der vergangenen Tage aus und übte sich in morbiden Humor, ob der zu befürchtenden Konsequenzen. Dann enterten wir geschlossen den Block und fast unmittelbar liefen auch schon die Mannschaften ein.

Die Flutlichtmasten an, mit dem Böllenfalltor ein geiles Stadion- etwas fing es nun doch an zu kribbeln. Auf den Rängen war das heute ein routinierter Auftritt. Erstaunlich war die große Anzahl der anwesenden Herthaner und der Karlsruher. Respektabel für die Anstoßzeit. Die großen Emotionen blieben heute aus- das Dortmund Spiel steckte dann doch irgendwo in den Knochen. Es machte aber Spaß und war völlig in Ordnung. Einige Pöbeleien wurden an die Polizei und an Michael Preetz ausgesendet.

Darmstadt gefiel mir ganz gut. Immer mal wieder, konnten wir die Gesänge vernehmen und auch optisch war das in Ordnung. Mir wurden vielleicht ein paar zu viele Trendmelodien aufgegriffen aber das ist sicher Geschmackssache. Per Spruchband, wurde das Verhalten der Dortmunder Polizei kritisiert und uns die Unterstützung ausgesprochen. Danke dafür! Beide Anhänger, verabschiedeten in der Halbzeitpause noch frenetisch den Ex-Spieler Peter Niemeyer. Danke Peter- Derbyhelden unvergessen!

Darmstadt spielte in diesem Kick überraschend gut mit und hatte viele Spielanteile. Die ganz großen Chancen blieben allerdings aus. Hertha spielte vor allem in der ersten Halbzeit zu fahrig. In der zweiten Halbzeit packte die Mannschaft ein paar Schippen drauf und der eingewechselte Ibisevic erzielte mit seinem ersten Ballkontakt die Führung. Maxi erhöhte kurz vor Schluss das 0:2, was ein erstaunlich stressfreies Weiterkommen bedeutete.

Nach dem Spiel, verabschiedete ich mich schnell, um den Zug zu erwischen. Es wurde zu einer Odyssee, die mich über verschiedene Bahnhöfe und Verkehrsmittel, irgendwann- weit nach Mitternacht in die eigenen vier Wände brachte. Und nur wenige Stunden später rief schon wieder die Knechtschaft…

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