23.02.2019 FC Bayern München vs Hertha BSC 1:0

  1. Bundesliga

Zuschauer: 75.000

Kurt-Landauer-Stadion: München

Seit einigen Wochen freute ich mich auf die Fahrt nach München. Bei regelmäßigen Auswärtsfahrten nach Hoffenheim, Mönchengladbach oder Gelsenkirchen, ist München doch eine angenehme Abwechslung. Mit Blick auf meine geplante Verbindung verflog die Vorfreude jedoch ein wenig. Über 6 Stunden Fahrt im IC und eine späte Ankunft in München, sorgten nicht unbedingt für Euphorie. Am Hauptbahnhof gab es dann etwas Konfusion, da direkt eine 15-minütige Verspätung prognostiziert war. Dies bedeutete den sicheren Tod für meinen Anschlusszug in Stuttgart. Dem Bahnmenschen war das egal und er verweigerte die Alternativverbindung über Siegburg. Also ab aufs Gleis und aus heiterem Himmel kam dann die Ansage, dass es 45 Minuten werden. Die angezeigten Alternativverbindungen sahen düster aus und so entschied ich mich eigenhändig nach Siegburg zu fahren, wo ich dann einen verspäteten ICE nach München erwischte. Ein nerviges Hin-und Her, aber im Endeffekt war ich früher als geplant in München und fuhr mit dem luxuriöseren ICE.

In München erwarteten mich dann Temperaturen um den Gefrierpunkt, aber strahlender Sonnenschein. So flanierte ich durch die Innenstadt und fand einen schönen Sonnenplatz im Außenbereich einer Kneipe, die mir ein super leckeres Cordon Bleu servierte. Dementsprechend gestärkt ging es zum Marienplatz, wo Menschenmassen auf eine U-Bahn zum Stadion warteten. Da bauen die ein Ufo mitten ins Nirgendwo und dann ist die Anbindung so bescheiden. Die Fahrt dauerte gefühlte Ewigkeiten, aber ich kam relativ schnell durch die Kontrollen, sodass ich gegen 15.05 den Block betreten konnte.

Dieser war auch durch den Sonderzug voller als in den Vorjahren. Ich suchte mir einen Platz auf der Treppe und ließ den Blick durch das Stadion schweifen. Wir legten dann auch direkt los und machten uns das erste Mal in der Arena bemerkbar. München auswärts gehört traditionell nicht zu unseren Sternstunden. Der Block ist einfach merkwürdig, die Lage im Oberrang suboptimal und der große Anteil an Arena-Touristen nicht unbedingt förderlich. Wenn man all diese Faktoren zusammennimmt, war es ein ordentlicher Auftritt. Etwas lockerer als sonst, aber ohne große Ausreißer nach oben.

Auch die Heimkurve habe ich schon stärker erlebt. Richtige Lautstärke wurde eigentlich zu keinem Zeitpunkt erreicht. Vielmehr war es eher ein stetiges Hintergrundrauschen. Der Fahneneinsatz wie gewohnt gut, aber es war sicherlich keine Glanzleistung. Auf Seiten der Münchener gab es noch ein Spruchband, das den Polizeieinsatz am Donnerstag in Frankfurt thematisierte und ein weiteres, das sich mit dem Thema der Seenotrettung auseinandersetzte.

Auf dem Feld gab es wohl selten eine bessere Chance die Bayern in einem Auswärtsspiel zu besiegen. Die Roten legten einen erbärmlichen Auftritt hin. In der ersten Halbzeit hatte Hertha das Spiel fest in der Hand und sogar die größeren Chancen. In der zweiten Halbzeit kippte das Blatt etwas ohne jedoch zu großen Chancen für die Bayern zu führen. So mussten eine Ecke und ein Jarstein-Patzer herhalten, um für die Führung der Bauern zu sorgen. Ganz bitter, zumal zuvor Selke die Riesenchance zur Führung hatte. So blieb es dann bei einem glücklichen 1:0 für die Bayern. Passt auf, am Ende duseln die sich noch zum Triple.

Nach dem Spiel applaudierte ich kurz der Mannschaft, verabschiedete mich und wollte dann eigentlich geschwind enteilen, um meinen Zug zu bekommen. Schon im Treppenhaus war das Unterfangen jedoch gestoppt, denn unsere liebste Polizeieinheit, das USK blockierte den Weg. Warum man das mitten im Treppenhaus macht, wenn von oben Leute nachströmen ist absolut unbegreiflich und sau gefährlich für alle Beteiligten. Bayernfans wurden durchgelassen, sodass ich versuchte mich im Anhang einer Gruppe durchzuschleusen. Leider ohne Erfolg. So vergingen die Minuten und die Stimmung heizte sich immer weiter auf. Irgendwann kam die trottelige Einsatzleistung und befahl den Lakaien sich unten aufzubauen. Ich nutzte das Gewusel am Treppenaufgang, um durchzustechen und dem Kessel zu entkommen. Warum nur man immer so tief in die Trickkiste greifen, nur um seine Bewegungsfreiheit zu sichern?

Super nervig waren auch die ganzen filmenden, dickbäuchigen Bayernfans, die das Spektakel offenbar anmachte. Auf dem Weg zum Bahnhof, geriet ich noch in einen Konflikt mit einer Kuh, die sich bemüßigte mich anzufassen. Dieses Volk… Noch etwas Wartezeit auf die Bahn und so wurde es am Ende ziemlich knapp mit dem Zug. Schnell noch etwas Proviant eingekauft und dann ging es auch schon gen Nordwesten. Gegen 0:30 endete eine Aufwärtsfahrt ohne Ertrag und mit viel Fahrerei.

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