02.03.2019 Hertha BSC vs FSV Mainz 05 2:1

1. Bundesliga

Zuschauer: 33.981

Olympiastadion: Berlin

Es war fast so etwas wie ein Schicksalsspiel heute. Bei einer Niederlage hätte man die Europapokalträume wohl endgültig beerdigen können. Mit einem Sieg würde die Hoffnung weiterhin ein bisschen flackern. Ein solches Spiel für Hertha? Das kann ja eigentlich kaum gutgehen. Vom beschaulichen Osnabrück ging es heute in Richtung Hauptstadt. Beim Betreten des Bahnhofs leuchtete uns die 60-minütige Verspätung in Neonfarben entgegen. Unser sowieso nicht gerade üppiger Zeitvorrat begann rapide zu bröckeln. Einen Anpfiff durch ein Zugchaos zur verpassen wäre absolut bitter. Wir nutzten die Zeit für einen Stadtrundgang in Osnabrück und stiegen dann eine knappe Stunde später in den IC. Wir holten schlussendlich sogar noch etwas Zeit auf, sodass wir mit 30 Minuten Verspätung Berlin erreichten.

Das reichte zumindest, um die Sachen noch in Charlottenburg abzustellen. Unmittelbar ging es dann jedoch wieder zurück zum Olympiastadion und rein in die heimischen vier Wände. Noch etwas Zeit verquatscht und dann ging es geschlossen in die Kurve. Die Anspannung war deutlich zu spüren. Eigentlich sind das die Spiele, die 50.000 Leute oder mehr in das Olympiastadion locken müssten. De facto waren es aber nicht einmal 35.000 Zuschauer.

Wieder ging es an Karneval gegen einen selbsternannten Karnevalsverein. Der Mainzer Auftritt war ganz auf den Karneval ausgerichtet. Die Fanszene hatte zu einer Mottofahrt als Clowns aufgerufen (den schlechten Witz spare ich mir an der Stelle). Ein großer Anteil des Auswärtshaufens kam tatsächlich verkleidet. Der Block wurde mit Ponchos (?) in rot-weiß-blau-gelb (die Karnevalsfarben?) gehüllt und die Fans standen kompakt in der Mitte des Blocks. Das sorgte für ein optisch sehr ansprechendes Bild und wurde durch zahlreiche Fahnen untermalt. Auch die Zaunfahne wurde in ebenjenen Fahnen gestaltet. Auch wenn ich mit diesem Fest nichts anfangen kann, sah das doch wirklich gut aus. Ab und an waren die Mainzer sogar bei uns zu hören und ich habe mir sagen lassen, dass sie auf Höhe der Mittellinie gut vernehmbar waren und schöne Melodien am Start hatten. Also ein guter Auftritt.

Wir halt eher nicht so. 70% der Leute kommen mit der Einstellung: „Kein Bock auf Heimspiel“ und dementsprechend schwerfällig ist dann der Support. Wir stehen da und machen was wir lieben- aber das merkt man wirklich nur in den wenigsten Fällen. Nach den Toren war es okay, aber das reicht einfach nicht für ein gutes Fazit. Lediglich das „Berlin braucht kein Karneval“ war laut und sprach mir sehr aus dem Herzen. Ostkurve, da muss einfach mehr gehen!

Auch auf dem Rasen schienen die Spieler ihr Herzblut irgendwo vergessen zu haben. Die erste Halbzeit war extrem schwach und Mainz hatte die besseren Chancen. Durch ein absurdes Eigentor von Stark stand es kurz nach Wiederanpfiff dann plötzlich 0:1. Das war das Signal und Hertha wurde langsam wach. Durch Tore von Grujic und dem rehabilitierten Stark drehten wir das Spiel in zehn Minuten und konnten das Ergebnis dieses Mal über die Zeit retten. Ein extrem wichtiger Sieg, der uns im Rennen um die Europapokalplätze hält. Weitermachen!

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