08.03.2019 KFC Uerdingen vs Karlsruher SC 1:3

3. Liga

Zuschauer: 4.510

Wedaustadion: Duisburg

Der KSC auf einen Freitagabend im Ruhrgebiet. Dazu war ein Feiertag in Berlin und etliche Herthaner hatten sich angekündigt. Eigentlich war ein Besuch an diesem Abend also Pflicht. Mit Blick auf die Verbindungen auf der Rückfahrt war ich dennoch kurz davor den Trip sausen zu lassen. Aber auf mein Pflichtgefühl ist eigentlich immer Verlass und so verließ ich pünktlich den Arbeitsplatz und bestieg den Regionalexpress in Richtung Ruhrgebiet. Und Wahnsinn ging das einfach. In den Zug setzen, nicht umsteigen und schwups war man 1,25 Stunden später schon in Duisburg. Ich war auch annähernd pünktlich und so tauchte ich ein in die Hochkultur des Ruhrgebiets und verbrachte einige Stunden zwischen türkischem Frisör, Wettbüro und Gyrosbude. Vor lauter „savoir-vivre“ geriet ich sogar etwas in Zeitdruck und eilte über Trampelpfade in Richtung Stadion. Dort angekommen folgte ich den Wegweisern Richtung Gästekasse und sah dann eine knackige Schlange vor den zwei geöffneten Ticketschaltern. Innerlich schrieb ich den Abpfiff schon ab. Wie durch ein Wunder ging es dann relativ schnell. Ich sprintete die letzten 100 Meter bis zum Eingang, nahm die Treppen zum Block im Laufschritt und mit meinem Eintreffen gingen die ersten Blinker an und erleuchteten den Duisburger Abendhimmel.

In diesem Moment hatte sich alles gelohnt. Circa 1.300 Karlsruher, Pyro und Fahnen, die gen Himmel gereckt wurden. Auch die gewohnt harmonischen Melodien der Karlsruher gingen mir leicht von den Lippen. Aufgrund des beschissenen Gästeblocks und den Zaunfahnen sah ich das eine Tor zwar gar nicht, aber ich bekam trotzdem mit, als Karlsruhe in Führung ging und direkt vor unserem Block feierte. Karlsruhe ist stets ein wunderbares Komplementärprogramm zu den Spielen unserer Hertha. Irgendwie geht es dort immer freundlich und fröhlich zu und so machte es richtig Spaß die Karlsruher nach vorne zu treiben. Das 2:0 folgte per Elfmeter und ich konnte dieses sogar bewundern.

Dann war Halbzeit und ich wechselte den Platz und verquatschte die zweite Halbzeit mit einigen Herthanern. Wir sahen den Anschlusstreffer von Uerdingen, aber bevor es noch einmal richtig knapp werden konnte, erhöhte Karlsruhe auf 3:1. Über das gesamte Spiel wurden im Block immer mal wieder Blinker angezündet, was für ein fantastisches Bild sorgte. Mit der Mannschaft wurde das 3:1 nach dem Spiel gefeiert und die Vereinshyme „Super Team aus Baden“ wurde frenetisch dargeboten. Danke Karlsruhe!

Die Uerdinger Fanszene richtete sich im ungeliebten Duisburger Stadion im Oberrang ein. Im Gästeblock kam fast nichts von den Gesängen an und auch die Mitmachquote und der Tifo ließen arg zu Wünschen übrig. Es war so dünn, dass ich mir nicht einmal sicher bin, ob die Fanszene sogar boykottierte. Es hatte ja nach dem Montagsspiel mit der Vereinsspitze gekriselt. Ich weiß es nicht, aber Uerdingen ist mir auch ziemlich egal. Gerade nach der Geschichte in Venlo kann ich die Truppe nicht mehr ernstnehmen.

Ich verabschiedete mich dann und lief über stockfinstere Wege zum Bahnhof. Dort war dann die befürchtete Situation. Es gab keine Direktzüge mehr und auch mit Umsteigen gab es keine guten Optionen. Schlussendlich brauchte ich 3,5 Stunden mit zwei Umstiegen für 90 Kilometer. Vallah, NRW ist haram! Um 01.00 gingen bei mir die Lichter aus und viel zu früh auch schon wieder an.

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