31.03.2019 SV Wehen Wiesbaden- Karlsruher SC 2:0


3. Liga

Zuschauer: 7.451

Stadion Wiesbaden

Schon früh hatte ich mir überlegt, dass das Spiel in Wiesbaden perfekt passen würde. Ich musste sowieso beruflich in die Rhein-Main-Region und das Spiel versprach spannend zu werden. Dass die sportliche Brisanz so groß werden würde, hätte ich jedoch nicht ahnen können. Leider wirkte sich das auch auf die Kartensituation aus. Normalerweise bin ich beim Kauf von Eintrittskarten stets pedantisch. Dieses Mal verließ ich mich zu 100% darauf noch am Stadion Karten kaufen zu können. Plötzlich kamen mir jedoch Gerüche zu Ohren, dass das Stadion bereits ausverkauft sei. Wenige Klicks später hatte ich die schreckliche Gewissheit. Es gab nur noch Karten für die Heimkurve. Das sagt eigentlich alles über diesen Verein.

Ich versuchte noch über Kontakte Karten zu bekommen und stellte auch eine offizielle Akkreditierungsanfrage an den Verein, die abgelehnt wurde. Also blieb mir nur noch die Wahl auf ein anderes Spiel zu setzen- der KSV Hessen Kassel spielte um die Ecke oder aber eben in die Heimkurve zu gehen. Aufgrund der enormen sportlichen Relevanz entschied ich mich für den Kauf einer Eintrittskarte in der Heimkurve.

Dank der Zeitumstellung gelang es mir an diesem Tag nicht recht die Müdigkeit aus den Gliedern zu schütteln. Reichlich knapp war auch die Anfahrt zum Stadion getaktet. Ich hatte circa 25 Minuten um von Hauptbahnhof Wiesbaden in den Block zu gelangen. Am Wiesbadener Hauptbahnhof gab es sage und schreibe ein funktionsfähiges Schließfach, das wenig überraschend belegt war. Ich sah mich schon meinen Rucksack samt Laptop irgendwo im Gebüsch verstecken. Netterweise gab es am Einlass jedoch eine Möglichkeit Taschen abzugeben, sodass mir ein Stern vom Herzen fiel. Auch der Einlass verlief reibungslos, sodass ich schnell im Block war. Dieser war gut gefüllt, sodass ich mich halb auf die Treppe quetschte.

Bei anderen Vereinen wäre ein Aufenthalt in der Heimkurve sicher etwas problematisch gewesen. Bei Wiesbaden war das eher egal. Um mich herum machte niemand groß mit und nur in einem Block wurde etwas gesungen. Die neugemalten Fahnen der Wiesbadener sind wirklich nicht schön geworden und ich musste mich in den Tagen danach wegen eines Verdachts auf Augenkrebs untersuchen lassen. Auch sonst war der Auftritt wenig überzeugend. Einfache Melodien, geringe Mitmachquote und allgemein ein wenig inspirierender Auftritt.

Karlsruhe hingegen- oh Karlsruhe! Circa 3.000 Leute unterstützten die Blau-Weißen und legten einen wunderbar geschlossenen Auftritt hin. Die gewohnt tollen Lieder, eine hohe Mitmachquote. Gerade in der ersten Halbzeit war das wirklich ein bärenstarker Auftritt. Durch den unglücklichen Spielverlauf und die Anspannung sank die Lautstärke ab einem gewissen Punkt. Dennoch ein toller Auftritt, auf den man stolz sein kann.

Das Spiel verlief extrem bitter. Die erste Halbzeit verlief extrem ausgeglichen und beide Mannschaften konnten sich etliche Chancen herausspielen, diese aber nicht wirklich verwerten. Wiesbaden wurde dann stärker und konnte das Spiel nicht unverdient mit 2:0 gewinnen. Ein extrem bitterer Tag für den KSC, denn mit der Niederlage zieht Wiesbaden vorbei und ist momentan auf dem zweiten Tabellenplatz. Auf geht’s Karlsruhe, immer voran.

Für mich glich der Besuch im Wiesbadener Stadion einem zweistündigen autogenen Training. Nicht mitsingen, nicht an der falschen Stelle jubeln. Ich fand im Laufe der Partie immer überzeugender meinen Stil als U-Boot. Ich klatschte gemeinsam mit den Heimfans- aber nicht für den Schuss, sondern die tolle Parade durch den Keaper, ich sang die Lieder im Kopf mit und trauerte in mich herein. Sicher keine schöne, aber eine interessante Erfahrung. Im Anschluss ging es für mich noch kurz in die Wiesbadener Innenstadt, die interessantes Wetter für mich bereithielt. So schleckte ich bei Sonnenschein ein Eis, während es über mir anfing zu schütten. Dabei beginnt der April doch erst morgen. Weiter, immer weiter!

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