14.04.2019 TSG Hoffenheim vs Hertha BSC 2:0

1. Bundesliga

Zuschauer: 28.010

Rhein-Neckar-Arena: Sinsheim

Liebe Leser,

ich könnt nicht glauben, wie wenig Lust ich im Vorfeld auf dieses Spiel hatte… Hoffenheim macht sowieso absolut keinen Spaß, aber als ich dann noch sah, dass es auf der Zugstrecke Schienenersatzverkehr geben sollte und der Spaß somit noch ewig dauern würde, hörte es bei mir auf. So entstand die Idee zu dem kleinen Frankreichwochenende und so konnte ich mich zumindest ein bisschen auf das Spiel freuen.

Wir nutzten den Morgen noch für einen Spaziergang durch Straßbourg, ehe wir begannen die kurze Strecke hinter uns zu bringen. Minütlich verschob sich die Ankunftszeit dann jedoch wegen eines Staus nach hinten. Vor Sinsheim war dann alles blockiert und so entschied ich mich eine Abfahrt vorher rauszufahren und das Auto abzustellen. Das klappte an sich ganz gut, aber der Anpfiff war nun zeitlich in erheblicher Gefahr. So joggten wir einen erheblichen Teil des Weges und konnten so wieder Zeit gutmachen. Der Ordner bei der Einlasskontrolle hatte sich wohl in mich verliebt, anders kann ich mir die beherzten Griffe an alle Teile meines Körpers nicht erklären.

Acht Minuten vor Anpfiff betrat ich einen spärlich gefüllten Block. Es war wirklich schon einmal mehr los bei Auswärtsfahrten von Hertha. Das schlimme ist, dass ich es Leuten nicht einmal verübeln kann, wenn sie nicht nach Hoffenheim fahren. Das ist eigentlich das schlimmste an diesen ganzen Retortenvereinen. Sie nehmen einem wirklich die Lust am Fußball. Es macht einfach keinen Spaß in ein hässliches Nest zu fahren, das außer einem Gewerbegebiet aber mal gar nichts zu bieten hat, in einem Stadion direkt an der Autobahn zu spielen, in einem Stadion, wo Totengräberstimmung ist. Es ist wirklich zum Heulen.

Zum Heulen war dann auch unser Auftritt. Keiner hatte Bock und das merkte man einfach die gesamten 90 Minuten. Halbherzig wurden die Lieder geträllert, viel zu schnell versandeten sie und selbst die Pöbeleien wurden nicht mit dem gleichen Enthusiasmus wie sonst vorgetragen. Wieder einmal großes Kino, wie die Zuschauer zu pfeifen beginnen, wenn der Gästeblock den Berufsstand von Dietmar Hopps Mutter ins Spiel bringt. Ein Auftritt zum Vergessen, der nach dem 2:0 eingestellt wurde. Über die Heimkurve halte ich es mit Martin Hinteregger: „Ich kann nichts Gutes über sie sagen, also sage ich lieber gar nichts.“

Das Spiel war desaströs. Hoffenheim war um Welten besser und Hertha hatte Glück, dass es zur Halbzeit nur 1:0 stand. Rune und das Unvermögen der Hoffenheimer bewahrten uns vor einem größeren Rückstand. Die zweite Halbzeit war einen Hauch besser, aber immer noch katastrophal. Nach einer ewigen Unterbrechung wurde Hoffenheim per Videobeweis ein zweites Tor gegeben und dabei blieb es auch. Eine furchtbare Leistung, die einem wirklich zu denken gibt.

Nach dem Spiel schlich die Mannschaft in Richtung Gästeblock und machte keine Anstalten näher zu kommen. Die Mannschaft haute sogar schon ab, kam dann aber noch einmal näher, um sich eine Standpauke vom Vorsänger anzuhören. Ob das den Durchbruch bringt? Die Saison muss einfach aufhören.

Wir liefen dann noch Ewigkeiten durch das Gewerbegebiet, fanden immerhin noch einen offenen Bäcker für Proviant und fuhren dann ohne Probleme auf der Autobahn nach Hause. An einem Sonntag nicht mitten in der Nacht wiederzukommen hatte was!

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