27.04.2019 SG Eintracht Frankfurt vs Hertha BSC 0:0

1. Bundesliga

Zuschauer: 51.500

Waldstadion: Frankfurt

Es gibt Spiele, die sorgen immer für ein gewisses Kribbeln. Frankfurt auswärts gehört definitiv dazu. Heute hielt sich meine Lust dennoch gewaltig in Grenzen. Zu grau ist die bisherige Saison, so ohne Spannung war selten eine Spielzeit. Wie anders dagegen die Lage in Frankfurt. Neben einer legendären Europapokalsaison spielt die Eintracht auch eine wunderbare Saison in der Bundesliga und steht kurz vor dem Saisonende auf einem Championsleagueplatz. Die Verantwortlichen haben in den letzten Jahren verdammt viel richtig gemacht und die Frankfurter Mannschaft spielt einen gepflegten Fußball, der auch die neutralen Zuschauer mitreißt. So schwante mir auch auf den Rängen nichts Gutes.

Bei der Anreise gab es heute für mich etwas Abwechslung. Während ich in den vergangenen Saisons mit der S-Bahn zum Stadion fuhr und dann pochenden Herzens an der Heimkurve vorbeischritt, fuhr ich heute mit der Tram zum Stadion. Das dauerte zwar etwas länger, hatte aber den angenehmen Nebeneffekt, dass ich heute auch einen anderen Eingang nutzte und somit nicht an der Heimkurve vorbei spazieren musste. Am Eingang sah ich dann zahlreiche Herthaner, die offen mit ihren Choreoschals umherwanderten. Ich versuchte möglichst diskret zu intervenieren, hatte aber keinen Erfolg. Ob es wirklich eine so gute Idee war Seidenschals in der Menge unter das Volk zu bringen?

Beim Betreten des Stadionumfelds bekam ich dann die Nachricht, dass die Fanszene wegen eines Auffahrunfalls eines Busses das Spiel verspätet erreichen würden. Zum Glück blieben alle Insassen unverletzt. So gehörten die ersten 30 Minuten klar der Frankfurter Eintracht auf den Rängen und um das vorweg zu nehmen auch über die gesamte Spieldauer hatten die Frankfurter klar die Nase vorne. Nach zwei wirklich enttäuschenden Auftritten in den beiden vergangenen Jahren war das heute ein guter Heimauftritt. Das Fahnenintro zu Beginn war sehenswert und immer mal wieder konnten viele Fans bei den Gesängen mitgenommen werden. Per Spruchband gingen noch Grüße nach Pisa. Vollends überzeugt war ich trotzdem nicht. Richtig laut wurde es eigentlich nur bei den sehr leichtgängigen Gassenhauern und die Hymne wurde vom Polizeichor gesungen. Sehr ungewöhnlich. Aber warum sinnlos haten? Ein guter Auftritt der Nordwestkurve.

Wir hingegen? Naja. Der Einzug machte noch Spaß. Unter „Herthaschweine“ Gesängen der Frankfurter betrat die Fanszene geschlossen den Block, hisste die Zaunfahnen und fing dann

an zu singen. Zuvor hatte es einige unkoordinierte Versuche von Normalos gegeben einige Lieder zu singen. Diese Minuten ohne Fanszene sind stets sehr merkwürdig und ich fühle mich immer ziemlich unwohl im Block. Auch die gute Partie der Mannschaft übertrug sich jedoch nur bedingt auf den Gästeblock. Es war einfach viel zu leise. Zu Beginn war die Mitmachquote noch gut und es war viel Bewegung dabei. In der zweiten Halbzeit waren dann alle Fahnen aufgebaut und es sah zumindest optisch ganz gut aus, aber die Lautstärke war echt mies. Nicht einmal die Pöbeleien konnten überzeugen- dabei sind wir doch zumindest auf dem Gebiet normalerweise ne Bank. Naja.

Wie bereits angedeutet war die Leistung der Mannschaft sehr stark. Kämpferisch war das spitze und vor allem Skjelbred warf sich richtig rein und ging voran. Chancen um in Führung zu gehen gab es reichlich. Frankfurt kam kaum ins Spiel. Zwar waren sie in der zweiten Halbzeit etwas gefährlicher, aber die Hessen hatten nur wenige Chancen. Selbst nach dem harten Platzverweis gegen Klünter hatte Hertha einige Chancen. Leider verpasste Skjelbred kurz vor Schluss die große Möglichkeit zum Siegtreffer. Schade, aber zumindest eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu den Vorwochen. Nach dem Spiel gab es dann auch versöhnliche Gesten zwischen Mannschaft und Fans.

Ich verabschiedete mich zügig und zu Fuß und mit dem Fahrrad ging es in die Unterkunft für die Nacht. Dort wurden erst einmal die Füße hochgelegt und entspannt die Sportschau geguckt. Dann wurde noch vorzüglich in FFM gespeist und mit einem nächtlichen Spaziergang ein schöner Tag beendet.

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