11.05.2019 1. FC Augsburg vs Hertha BSC 3:4

1. Bundesliga

Zuschauer: 29.309

Puppenkiste: Augsburg

Die letzten Auswärtsspiele der Saison haben etwas magisches. Egal gegen wen, egal wie die Tabellensituation ist, es machen sich immer zahlreiche Schlachtenbummler auf den Weg, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Zudem waren heute zahlreiche Spiele zur gleichen Zeit terminiert, sodass man in den Bahnhöfen der Republik Fußballfans unterschiedlicher Couleur sah. Für etwas Unruhe sorgten die Gladbacher an unserem Einstiegsbahnhof, aber vor lauter Liebe zu Union, schienen sie etwas blind zu sein und so konnten wir ohne Probleme gen Süden fahren. Nach zwei Umstiegen erreichten wir gegen 11:00 auch schon Augsburg.

Wir machten noch einen kleinen Schlenker durch die Stadt und waren beide vom Stadtmarkt sehr angetan. Um dieses positive Gefühl zu unterstreichen, wurde auch das erste Glas Wein bereits vernichtet. Regionale Produkte sind schließlich unterstützenswert. Dann aßen wir noch zu Mittag und holten unseren Mietwagen für die kommenden zwei Tage. An Ort und Stelle trafen wir dann noch eine erweiterte Crew. Nach einer Glanzleistung in der vergangenen Woche, schwächelte Missistippi heute gewaltig und wollte sich den goldenen Saal anstatt das Herthaspiel angucken. Dafür war Grummelqueen in Topform und so fuhren wir zu dritt in Richtung Puppenkiste.

Schon von der Bundesstraße erspähten wir das charakterlose Ufo. Durch eine merkwürdige Verkehrsführung standen wir auf einmal vor den Parkplätzen und ob der Gebühr von zehn Euro, drehten wir prompt die Schleife. Keine 500 Meter später bogen wir in einen Feldweg, wo wir das Auto entspannt parken konnten. Ein wild gestikulierender Schwabe entpuppte sich als wahrer Helfer und nicht wie befürchtet als Wutbürger. Er wies uns nämlich darauf hin, dass wir nicht auf dem Rasen stehen dürften, da das Ordnungsamt dort regelmäßig Bußgelder verhängt. Als wir später zurückkehrten, hatte der eine Übeltäter tatsächlich einen Strafzettel erhalten. Danke dafür!

Wir liefen dann zum Gästeblock und ich war völlig geplättet von der großen Anzahl Herthaner, die die Reise nach Augsburg gemacht hatten. Dementsprechend lang war dann auch die Schlange am Gästeblock. Die Ordner waren dann jedoch recht entspannt und so ging es nach etwa fünf Minuten hinein. Auch der Block war extrem voll und so quetschte ich mich ein paar Stufen nach oben und fand dann meinen Platz. Wahnsinn, wenn ich an die letzten Spiele in Augsburg denke. Letztlich dürften es circa 3.000 Herthaner gewesen sein. Klar, geht da noch mehr. Aber für unsere Verhältnisse war das mehr als ordentlich.

Und der Mob war gut drauf. Im Sonderzug wurden T-Shirts mit der Aufschrift „Hertha BSC-Gesangsabteilung“ verkauft. Von nahem überzeugte mich das Design jetzt nicht so, aber von weitem gab der Blauton ein schönes Bild ab. Unter dem Motto „Gesangsabteilung Hertha BSC“ stand dann auch die Choreo zu Beginn. Neben einer Blockfahne, wurden weiße Fahnen geschwenkt und dann noch einiges an Rauch gezündet. Auch wenn ich jetzt in die stille Ecke komme- im Gegensatz zu Fackeln, finde ich Rauch eher unangenehm. Ja, es kann gut aussehen, aber es ist wirklich nicht so angenehm im Rauch zu stehen. Zudem sprühten die Rauchtöpfe ganz schön, sodass der Funkenflug durchaus schmerzhaft war. Naja, für das Bild nimmt man es gerne in Kauf.

Beflügelt von diesem schönen Intro, zeigte der Gästeblock einen fantastischen Auftritt. Meckern kann man immer, aber es machte einfach Spaß und war auch von der Lautstärke sehr gut. Die Mischung aus guter Laune, Galgenhumor und einem irrwitzigen Spielverlauf, sorgten letztlich für einen starken Auftritt. Unsere Dummheit ist dabei aber wirklich nicht zu leugnen, denn wir besangen enthusiastisch den Europacup und die nahende Meisterschaft. Auch die Schaben bekamen ihr Fett weg. Zum Abschluss gab es noch eine Uffta für die Fans und eine Laola mit der Mannschaft. Schön war’s.

Augsburg war Augsburg. Die aktive Fanszene wirkt im unteren Bereich der Tribüne etwas isoliert und verloren. Nur sehr selten konnten andere Stadionbesucher überzeugt werden in die Gesänge einzusteigen. Kein Wunder bei diesem Völkchen, das ich jetzt nicht unbedingt mit zügellosen Emotionen in Verbindung bringe. Die Bewegung war okay, aber es kam schon sehr wenig bei uns an. Auch das Stadion mitten im Nirgendwo ist nichts für mich.

Auf dem Spielfeld hatten beide Mannschaften nichts zu verlieren und dementsprechend unterhaltsam war das Spiel. An Kuriositäten wurde nicht gegeizt. Ein Doppelpack von Gregoritsch (wie von mir vorausgesagt) und ein Treffer aus dem Spiel von Marvin Plattenhart sagen eigentlich alles. Hertha lag drei Mal in Rückstand und konnte stets wieder ausgleichen. In der Nachspielzeit gab es dann einen zweifelhaften Elfmeter für Hertha, den Kalou sicher verwandelte. So konnten wir einen schönen 4:3 Auswärtssieg feiern. Der zweite Heimsieg in Folge und nun fehlt nur noch ein Punkt zur besten Rückrunde der letzten zehn Jahre. Dieser Fakt und die Tatsache, dass Dardai entlassen wird, sagen viel über den Verein Hertha BSC.

Nach dem Spiel stahl ich mich schnell aus dem Block und traf den Klabauterkeaper und die Grummelqueen, die das Spiel ebenfalls sehr genossen hatten und witzige Geschichten aus dem Sitzplatzblock zum Besten geben konnten. Auswärtssiege sind schön. Wir enterten das Auto und verschwanden dann gen Süden, wo wir das Wochenende verbrachten.

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