Saison 2018/2019

Ein wenig Selbstbeweihräucherung sei mir in diesem Post gestattet. Denn wie Opa Hubert schon sagte: Eigenlob stinkt nicht. Es war wieder einmal eine lange Saison, die sportlich so gut wie keine Spannung aufwies. Nach einem fantastischen Start in die Saison mit Siegen gegen Gladbach, Schalke und Bayern war der Anschluss an die Spitze hergestellt und nicht nur ich träumte sehr konkret von Europa. Zu geil waren die Fahrten nach Östersund, Lviv und Bilbao. Ich wollte so etwas wieder erleben. Recht schnell folgte dann jedoch die Ernüchterung mit sechs sieglosen Spielen in Folge. Viel zu oft wurden dabei Siege leichtfertig verspielt. Hätte man in der Hinrunde Spiele entschlossen zu Ende gespielt wäre sehr viel mehr drin gewesen.

Nach dem fulminanten Start und der plötzlichen Schwächephase gab es eine sehr blasse graue Maus Saison ohne jegliche Ambition. Nach einer Serie von fünf Niederlagen in Folge war dann endgültig die Messe gelesen und wir stritten uns mit Mainz und Düsseldorf um Platz 10, 11 und 12. Ha Ho He. Letztlich landeten wir auch in diesem Wettbewerb im Mittelfeld und sicherten uns einen fantastischen elften Platz.

Auf den Rängen war die Saison etwas abwechslungsreicher, wobei sich auch hier positive und negative Erlebnisse abwechselten. Sehr ernüchternd waren unsere Auswärtsfahrerzahlen, die auf einem sehr niedrigen Niveau stagnierten oder sogar weiter absanken. Gerade das Auswärtsspiel in Leverkusen war erneut ein Offenbarungseid. Eigentlich müsste man für solche Spiele einen Sonderzug anbieten, um mehr Leute hinter dem Ofen hervorzulocken.

Ebenfalls ein ekliger Moment waren natürlich die Szenen im Gästeblock in Dortmund. Die massive Eskalation der Lage durch die Polizei und die anschließenden Medienberichte waren eine absolute Ernüchterung. Noch am Sonntag schüttelten mich die Folgen des Pfeffersprays und meine gesamte Haut brannte. Dann bereits am Dienstag wieder nach Darmstadt fahren zu müssen, war einfach nur fies. Die Überwindung diesem Spiel beizuwohnen, war fast episch. Bisher blieben die ganz großen Konsequenzen aus Dortmund aus, was einen hoffen lässt.

Aber es waren auch viele Highlights dabei. Eine fantastisch aufgelegte Ostkurve Hertha BSC in Leipzig, ein genialer und lockerer Auftritt in Augsburg und der atemberaubende Sieg gegen die Bayern. Noch wochenlang danach wurde sich einfach gegönnt, denn „wir haben gegen die Bayern gewonnen“. Außerdem viele erste Siege. Ich siegte erstmals auf Schalke, gegen die Bayern, in Mönchengladbach und in Augsburg. Weitere Highlights waren die Besuche in Karlsruhe und in Straßbourg. Klar, wie sollte das Fazit anders ausfallen? Am Ende hat sich alles gelohnt.

Mit dem gestrigen Spiel wurden auch wieder einige persönliche Rekorde eingefahren. Zum einen wurde mit dem 111. Spiel der Saison ein individueller Rekord aufgestellt. Zum anderen konnte ich auf die zweite 34er Saison in Folge anstoßen. Diese kam auch durchaus überraschend. Die vorige 34er Saison hatte ich erzwungen, diese wollte ich zu Beginn der Saison nicht unbedingt. Aber der Hunger war dann doch größer als die Hindernisse und so bin ich stolz auf diese Leistung, zumal die Anstrengungen durch das Exilantenleben nicht unbedingt kleiner geworden sind. Von meinem Wohnort aus ist Berlin die weiteste Fahrt der Bundesliga. Und die machte ich dezente 17 Mal. Ich kenne mittlerweile jeden Baum an der Zugstrecke zwischen Köln und Berlin, jeden Schaffner und jeden zweiten Sitzplatz der Deutschen Bahn.

Am Ende dieser Saison stehen 32.078 Kilometer- alleine für die 37 Pflichtspiele von Hertha BSC. Der Umfang der Erde auf Höhe Frankfurt beträgt 25.770 Kilometer. Ha Ho He. Kaum eine Nacht schlief ich an den Wochenenden zu Hause. Das Leben was ich wählte sieht so aus. Damit bin ich bei 88 Pflichtspielen von Hertha BSC in Folge angekommen. Jetzt kurz vor der 100 aufgeben? Wahrscheinlich schon. Irgendwann reißt jede Serie und Urlaub muss man ja auch noch irgendwann machen.

Jetzt bleibt nur noch Danke zu sagen. Danke an meine Freunde und Familie, die mal mit mehr, mal mit weniger Verständnis diese Leidenschaft unterstützen. Treffen um die Spiele legen und nur ganz manchmal mit den Augen rollen. Danke auch an alle Herthaner, mit denen ich diese wunderbare Saison verbringen durfte. Besondere Shoutouts natürlich an Tscherni und Flipper. Der letzte Gruß geht aber an den Klabauterkeaper. Auch dessen Hertha Ausbeute ist nämlich sehr beachtlich. Danke für alles! Ich weiß es zu schätzen. Ha Ho He und eine schöne Sommerpause!

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