30.10.2019 Hertha BSC vs SG Dynamo Dresden 5:4 i.E.

DFB Pokal

Zuschauer: 70.429

Olympiastadion: Berlin

So einen Spielbericht muss man einfach schnell schreiben (auch wenn Ihr ihn erst später lesen werdet). Zweite Pokalrunde und eigentlich hätte man sich kein besseres Los ausmalen können. Ein Heimspiel gegen einen sportlich machbaren Gegner mit einer der besten Fanszenen Deutschlands im Rücken. Eine bessere Generalprobe für das Derby am Samstag kann man sich wohl kaum wünschen.

Dann war der Spieltag da. Eine Gruppe Herthaner traf sich in einer Kneipe in der Nähe des Stadions. Ich kam nicht so früh wie erhofft von der Arbeit los und stieß somit erst am Parkplatz dazu. Daher hatte ich die Freude mit vielen Dynamofans in der S-Bahn zu fahren. Ich war schon einige Male bei Dynamo und es war immer angenehm. Die S-Bahn Besatzung musste aber wirklich aus den tiefsten Höhlen in Sachsen gekrabbelt sein. Das würde jedenfalls Geruch, Sprache und Aussehen erklären. Ach Du Kacke! Drei Stoßgebete nach oben geschickt, als ich die S-Bahn verlassen konnte und die schneidend kalte Luft Westberlins einatmen konnte. Ab zum Parkplatz, noch kurz ein Cider runtergestürzt und dann auch direkt mit den Aufklebern rein ins Stadion. Ohne Kartenkontrolle. So kann man also auch in ein fast ausverkauftes Stadion reinkommen.

Die Stadionöffnung war heute bereits um 18:30 und so hatten wir relativ viel Zeit, um die Aufkleber zu verkaufen. Es gab einen verrückten Run auf die erstmals verkauften Jutebeutel und der Kleberverkauf lief auch ganz solide. So waren wir um 19:30 durch und ich nutzte das, um direkt runter in die Kurve zu gehen. War auch schön mal wieder ein bisschen früher in der wundervollen Ostkurve zu sein und das ganze Drumherum auf sich wirken zu lassen.

Man sah schon verdammt viel gelb im Stadion. Wahrscheinlich waren ungefähr 50% des Stadions Dresdner. Wenn man ganz ehrlich ist, waren es vielleicht sogar ein paar mehr Dresdner als Herthaner. Schon eine bittere Sache. Herthaner, bei solchen Spielen gibt es auch einfach keine Ausreden und jeder muss sich einfach mal grade machen.

Ich war gespannt auf den Dresdner Auftritt und nicht wenige hatten wohl die Befürchtung, dass wir heute auf den Rängen untergehen würden. Dresden leitete das Spiel mit dem Motto „Yellow Madness“ ein. Dazu gab es ein großes Dresdenlogo als Blockfahne beim Marathontor. Die Aufteilung war sehr interessant. Ultras Dynamo machte sich wohl weitestgehend im Gästeblock breit. Die Fighters und die Red Kaos Fahne hingen auf der Gegentribüne und dort gab es dann auch noch einmal Trommeln und einige Schwenkfahnen. Während der gesamten Partie brannte ordentlich Pyrotechnik im Stadion und es wurde laut. In der ersten Halbzeit war das teilweise schon sehr stark. Die Koordinierung war bei so vielen Gästefans etwas schwierig und so gab es ab und zu auch mal ein Kanon oder leisere Phasen. Im Bereich der Ultras Dynamo wurde noch die KMG Zaunfahne präsentiert, die vor einigen Wochen bei einem Heimspiel im Oberrang entwendet wurde. Ein clever ausgesuchtes Ziel. Ein Fahnenverlust, der weh tut. Man kann vor Dresden jedoch nur den Hut ziehen. Mit der Anzahl an Leuten aufzuschlagen und so einen lauten und optisch schönen Auftritt hinzulegen: Respekt!

Auch wir müssen uns aber nicht verstecken. Über weite Strecken des Spiels erreichten wir eine sehr gute Lautstärke und konnten mit den Dresdnern mithalten. Die Motivation der Kurve und des Oberrings war auf jeden Fall da. In der zweiten Halbzeit konnten wir dann noch einmal ein wenig drauflegen und waren über weite Strecken stärker als Dresden. Die Blockfahne aus Ingolstadt wurde im Innenraum ausgelegt und wanderte nach dem Spiel dann noch einmal in die Kurve. Ein guter Auftritt, auf den man stolz sein kann, auch wenn Dresden leicht die Nase vorne hatte.

Fußball gab es gestern auch noch und zwar sogar etwas mehr, als sich die anwesenden Herthaner erhofft hatten. Ich hatte mit einem relativ leichten Sieg gerechnet. Zu schwach ist Dynamo momentan in der Liga. Pustekuchen. Dresden attackierte enorm früh und setzte die Herthaner stark unter Druck. Durch einen Konter erzielte Dresden dann die viel umjubelte Führung. In der zweiten Halbzeit war Hertha dann deutlich stärker und konnte früh den Ausgleich erzielen. Durch ein dummes Foul konnte Hertha kurz vor Schluss per Elfmeter die Führung markieren. Dumm können wir aber auch und völlig ohne Not verursachte Niklas Stark einen Elfmeter, den Ebert in der 90. Zum 2:2 verwandelte. Verlängerung. Kraft sah nicht gut aus und schon stand es 3:2 für Dresden. Als irgendwann keiner mehr daran glaubte, landete der Ball dem zuvor humpelnden Torunarigha vor den Füßen. Dieser zog ab und rettete uns das Elfmeterschießen.

Dort wurde Kraft zum Helden. Er parierte eigentlich drei Elfmeter. Einer wurde wegen zu frühen Bewegens dann abgepfiffen. Was für ein Witz. Grujic zitterte den letzten Elfmeter rein und so konnten wir sehr schmeichelhaft das Achtelfinale buchen. Puh Männer! Ihr könnt gerne eine Schippe drauflegen am Samstag!

Wir feierten mit der Mannschaft noch die Kampfesleistung, packten dann zusammen und verließen geschlossen das Stadion. Ich verabschiedete mich dann recht schnell, entschied mich aufgrund der Menschenmassen erst für einen Spaziergang und bekam dann bei Neu-Westend entspannt die U-Bahn. Viel zu spät machte ich dann irgendwann die Äuglein zu und der Wecker drohte sehr bald zu klingeln. Aber egal, an so einen Fußballabend wird man wohl noch in Jahren zurückdenken. Was beide Kurven an diesem Tag geleistet haben, war einfach groß!

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