24.11.2019 FC Augsburg vs Hertha BSC 4:0

1. Bundesliga

Zuschauer: 29.233

Puppenkiste: Augsburg

Der angenehme Nebeneffekt der geänderten Urlaubspläne war, dass ich auf dem Rückweg noch das Spiel der geliebten Hertha in Augsburg mitnehmen konnte. So ging es am frühen Morgen aus Zürich nach Augsburg. Dabei saß ich in einem Zug voller VFB Fans, die zum Derby gegen den KSC fuhren. Ich erreichte dann Augsburg und machte noch einen kleinen Abstecher zum Königsplatz und kehrte in einem nahegelegenen Restaurant ein. Ein Wiener Schnitzel und etwas bayerische Folklore wollte ich mir noch geben, bevor ich zum seelenlosen Neubau an der Autobahn fuhr. Klar, es gibt viele Städte (lies: Gelsenkirchen) da bin ich auch froh, wenn ich möglichst schnell wieder weg bin. In der Regel finde ich es aber schade, wenn es wirklich nur heißt: Verkehrsmittel-Gästeblock-Verkehrsmittel-Tschüss. Die Spiele mit der Hertha sind schon eine gute Gelegenheit auch Städte kennenzulernen. Es gibt sicherlich aufregendere Orte als Augsburg, aber es geht auch wesentlich schlimmer.

Dann fuhr ich relativ knapp mit der Straßenbahn zum Stadion. Das Stadion in Augsburg ist für mich ein Sinnbild für die Denkweise in Deutschland und vor allem in Bayern. Von der Haltestelle muss man einen guten Kilometer zum Stadion laufen und man überquert dabei zahlreiche Autobahnen und Schnellstraßen. Autos hingegen parken direkt neben dem Stadion und haben einen Fußweg von 50 Metern. So kann man eben auch Anreize schaffen. Ich erreichte dann den Gästeblock und musste mir ein weiteres Ticket kaufen, da ich mein Ticket zu Hause gelassen hatte, da ich mich noch im Urlaub wähnte.

Ab in den Gästeblock und einige Leute begrüßen. Durch die Länderspielpause und das verpasste Spiel waren ja jetzt auch schon wieder drei Wochen vergangen. Seit Mönchengladbach unter der Woche vor einigen Jahren waren wir vermutlich nicht mehr so schlecht besetzt. Der Block war sogar noch ordentlich gefüllt und circa 800 Herthaner waren am Start. Die Szenebeteiligung war jedoch sehr dünne. Klar, kann ich das irgendwie verstehen und es gibt viele Gründe an einem Sonntagabend nicht nach Augsburg zu fahren. Für mich sind das jedoch gerade die Fahrten, bei denen man da sein muss. Man ist unter sich und kann freidrehen. Und irgendwie ist doch das genau unsere Lebenseinstellung. Auch da zu stehen, wenn es Scheiße ist und aus einem Sonntag in Augsburg das beste rausholen.

Danke also an alle die da waren und mit dem Lied „Die Zeit vergeht“ ging es meiner Meinung nach genau richtig los. Die Stimmung war in der Folge in Ordnung. Klar, machte sich die fehlende Anzahl ein wenig bemerkbar, aber das war noch im Rahmen. Im Block wurden heute zwei große Berlinfahnen geschwenkt. Dazu gab es die bekannten Schwenkfahnen. Nach dem 0:2 wurde dann auf das Liedgut für die Stadionverbotler umgeschwenkt. In der Halbzeitpause einigte sich die aktive Fanszene darauf den Support nach dem 0:3 einzustellen, was dann auch passierte. Die Schwenkfahnen wurden abgebaut. Mit dem Abpfiff wurden dann auch die Zaunfahnen eingepackt und es ging geschlossen aus dem Block ohne die Mannschaft eines Blickes zu würdigen. Ob die das überhaupt gemerkt haben?

Die Augsburger Fanszene ist nicht mein Ding. Die Ultras stehen in der Tribüne so isoliert und der Funke springt nur sehr selten über. Vermische diese Eigenschaft mit Standardliedgut, dann weiß man ungefähr was die Fanszene des FC Augsburgs im Stadion ausmacht. Nicht mein Fall.

Zum Spiel muss man wenig sagen. Das war ein absoluter Offenbarungseid. Die Einstellung passte gar nicht und man hatte den Eindruck, als würde die Mannschaft gegen den Trainer spielen. Durch ein lächerliches Freistoßtor geriet man in Rückstand. Dann patzte Rune gewaltig. Der Patzer führte zum 2:0 und zu einer roten Karte. Bei den Toren zum 3:0 und zum 4:0 sah dann der eingewechselte Smarsch auch nicht gut aus. Ein absolut gebrauchter Tag.

Nach dem Spiel ging es mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof, wo ich noch einige Minuten fröstelte und dann einen verspäteten ICE gen Westdeutschland bestieg. Noch vor Mitternacht betrat ich die heimischen vier Wände und durfte am nächsten Tag wieder für das Bare buckeln.    

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