06.12.2019 Eintracht Frankfurt vs Hertha BSC 2:2

1. Bundesliga

Zuschauer: 50.000

Waldstadion: Frankfurt

Ich war beruflich in Mannheim und so war der Weg zum heutigen Auswärtsspiel nicht so wahnsinnig weit. Etwas in der Schwebe war noch meine Ankunftszeit, da unklar war, wie lange ich arbeiten müsste. Letztlich war ich jedoch zu einer humanen Zeit abfahrbereit. Eine Oberleitungsstörung zwischen Mannheim und Frankfurt brachte mich dann jedoch noch zum Schwitzen. So verdoppelte sich die Anfahrtszeit und statt eines geplanten Restaurantbesuchs, stand ein Bulletenbrötchen am Bahnhof auf dem Programm.

Mit der Tram ging es dann bei strömendem Regen zum Frankfurter Waldstadion. Ich wählte diese etwas längere Alternative, um nicht an der Frankfurter Heimkurve vorbeispazieren zu müssen. Durch knöcheltiefen Schlamm watete ich dann in Richtung Eingang. Vielleicht dann doch lieber Heimkurve, als Schlamm? Nachdem ich die Kontrollen passiert hatte, zog es sich noch einige Minuten, bis ich dann den Block erreichte. Meine Beeilung war jedoch unnötig, denn der Frankfurter Sicherheitsdienst führte sich wieder auf wie das größte Paramilitär und entführte Leute in die klaustrophobischen Räume, um sie genaustens zu kontrollieren. Dadurch wurde bestimmt eine halbe Stunde niemand in den Block gelassen und der Rückstau wurde immer länger. Irgendwann ging es dann langsam aber sicher weiter und gegen 20.10 war ich endlich im Block. Was sich der Ordnungsdienst am Gästeblock in Frankfurt erlauben kann, ist wirklich geisteskrank. Hier muss sich dringend etwas ändern.

Runter in den Block und Leute begrüßt und langsam fing es auch an zu kribbeln. Flutlicht, ein wichtiges Spiel und zusammen mit seinen Jungs und Mädels in einem Gästeblock zu stehen und die schönste Fahne der Welt zu schwenken. Vielmehr braucht es ja eigentlich nicht, um glücklich zu sein. Der Block war besser besetzt, als erwartet und auch die Mitfahrerzahl aus der Fanszene sah am heutigen Tag wieder etwas besser aus. Die Anwesenden waren auch bereit mitzuziehen, sodass eine wirklich gute Stimmung erzeugt wurde. Gerade in der ersten Halbzeit konnte man wirklich zufrieden sein und wir waren durchaus lautstark. In der zweiten Halbzeit sackte das Niveau etwas ab, war jedoch immer noch annehmbar.

Der Auftritt der Frankfurter war heute ein deutlicher Abfall zum Sahneauftritt gegen Straßbourg im August. Durchaus verständlich mit Blick auf die veränderten Rahmenbedingungen. Auch verglichen mit den letzten Duellen gegen die SGE, fand ich das heute aber nicht besonders. Die erste Halbzeit war erschreckend schwach. In der zweiten fing man sich dann etwas, aber ein Offenbarungseid war das nicht.

Das Spiel war extrem merkwürdig. Hertha war zweikampfstark, spielte jedoch viel zu defensiv. So glich es wirklich einem Wunder, das die Mannschaft durch Tore von Lukebakio und Grujic mit 0:2 in Führung gehen konnte. Durch zwei selten dämliche Standards erzielte Frankfurt noch den Ausgleich, mit dem man wirklich noch gut bedient war. Viel zu tief stand Hertha gerade in der zweiten Halbzeit. Hoffen wir, dass die Mannschaft in den nächsten Spielen die Leichtigkeit zurückfindet und ein Ergebnis wie ein 0:2 auch über die Zeit retten kann.

Nach dem Spiel vergrößerten sich zumindest die Gräben zwischen Mannschaft und Fans nicht und es gab zaghaften Applaus, verbunden mit der Aufforderung weiterzukämpfen und nachzulegen. Ich sagte dann leider schon wieder Adios, denn die Oberleitungsstörung machte den Rückweg nach Mannheim komplizierter als gedacht. Verrückterweise wurde sogar wieder eine Blocksperre verhängt und die Ordner machten alles dicht. Heute war das jedoch entspannter und eine einfache Notlüge, ließ mich durch die Ordnerkette entschweben. Ab zur Straßenbahn und in einen verspäteten ICE gesprintet. Den Schaffner habe ich dann leider nicht gehört und so war ich gegen 0:30 am Mannheimer Hauptbahnhof.

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