31.01.2020 Hertha BSC vs Schalke 04 0:0

1. Bundesliga

Zuschauer: 47.863

Olympiastadion: Berlin

Mit dem Anpfiff zu dieser Partie war das Transferfenster endlich geschlossen und so musste man nicht befürchten, dass weitere Millionen aus dem Fenster geschleudert werden. Seit dem Beginn der Saison hat Hertha BSC mehr als 110 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. Bei solchen Summen kann einem einfach nur schlecht werden. Vor allem wenn man die Leistungen der Wunderkicker anschaut. Noch sind wir mitten im Abstiegskampf und ich möchte nicht daran denken, was passiert, wenn wir aus irgendwelchen Gründen den Klassenerhalt nicht schaffen. Es wird sehr deutlich wie riskant der Weg mit einem Investor ist und bisher war dieser Weg nur sehr selten erfolgreich.

Ich merke auch bei mir selber wie meine persönliche Toleranzschwelle immer näherkommt. Das was seit Sommer bei Hertha BSC passiert hat relativ wenig mit dem zu tun, wie ich mir den Verein vorstelle. Ich möchte kein Fan von einem „neureichen Westberliner Verein“ sein, wie es so oft in den Medien kolportiert wird. Ich bin Fans eines Traditionsvereins, der für ganz Berlin steht. Das gleiche gilt für die Spieler. Welchem dieser Spieler geht es denn wirklich um Hertha BSC? Welcher dieser Spieler steht für Hertha BSC? Ich habe meine Probleme irgendwelchen jungen Modepüppchen zuzujubeln, die nichts mit dem Verein und der Lebensrealität vieler Fans gemeinsam haben. Wenn dann die Leistungen und die Einstellungen nicht passen, wird die Luft für die Spieler schnell dünn, wie man in der Hinrunde beobachten könnte. Der Spagat, den wir aus den Fanszenen in Deutschland seit Jahren wagen, ist enorm. Diese Erkenntnis ist in den letzten Monaten noch einmal präsenter geworden. Mal gucken, wie lange wir ihn weitermachen…

Ich wand mich heute aus meinen Verpflichtungen und kam erst relativ spät am Stadion an. Zuvor stärkte ich mich in guter Gesellschaft in einer Charlottenburger Traditionskneipe. So ging es dann heute bereits relativ pünktlich in die volle Kurve und wir stimmten uns auf die Partie ein. Das Spiel am heutigen Freitagabend leitete die GE-Woche ein, die am Dienstag ihre Fortsetzung finden sollte. Die Zuschauerzahl war etwas enttäuschend für so ein tolles Duell auf den Freitagabend.

Schalke startete das Spiel mit einer sehr schönen Choreo. Im Oberrang prangte ein großes Banner: „Eingetragener Verein“ mit einem Schalke Logo. Im Unterrang gab es eine sehenswerte Pyroshow, die über weite Teile des Blocks verteilt stattfand. Die Gäste mussten heute aufgrund eines Verbots der Berliner Polizei auf große Schwenkfahnen verzichten. So waren vor allem kleinere Fahnen stets in der Luft. Befeuert von dem schönen Intro starteten die Gäste sehr stark in die Partie. Danach flachte der Support etwas ab. Dennoch ein wirklich guter Gästeauftritt, den man sich im Olympiastadion öfter wünschen würde.

Wir starteten ohne optischen Akzent in dieses Spiel. Von Beginn an wussten wir heute zu überzeugen und erreichten eine wirklich gute Lautstärke. Zu Beginn hatten wir es gegen die Schalker noch schwer, aber ab der 15. Minute hatten wir die Sache im Griff. Bis auf wenige Schwächephasen war das heute ein super Auftritt der Ostkurve Hertha BSC. Die letzten Spiele waren erfreulich. Lasst uns das Niveau halten. Die Harlekins thematisierten noch das Materialverbot im Gästeblock: „Bullendiktatur und Hertha kuscht. Für Materialfreiheit!“ Ansonsten war noch der Empfang für den nächsten Luxuseinkauf Piatek beachtlich, der lauter als so mancher Torjubel war…

Das Spiel wurde später in den Medien zerrissen und für die Ergebnisarmut kritisiert. Ich fragte mich wie viele Spiele von Hertha BSC diese Menschen in ihrem Leben bisher gesehen haben. Ich fand den Auftritt jetzt nicht schlechter, als das was uns sonst so geboten wird. Vor allem im Vergleich zu Wolfsburg war das ein deutlicher Fortschritt. Mit etwas Glück hätte Mittelstädt mit der letzten Aktion den Lucky Punch setzen können. So blieb es beim gerechten 0:0.

Nach dem Spiel ging es noch ab auf den Parkplatz und nach einem Cider entschwand ich in die Berliner Nacht, während ein ordentlicher Haufen durch die Nacht nach Karlsruhe fuhr.

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