26.07.2026 FC St. Gallen- FC Zürich 2:1

Schweizer Super League

Zuschauer: 19.326

Sitterstadion: St. Gallen

Auch am Sonntag leuchtete mir eine Partie förmlich entgegen. Der FCZ mit seiner Fanszene dribbelte in St. Gallen auf- ein Ort, der aus Süddeutschland ebenfalls zügig erreichbar sein sollte. Durch meinen Geiz reduzierte ich die Erreichbarkeit jedoch ein wenig. Ich brachte es nicht über das Herz für den Mietwagen eine Jahresvignette zu kaufen und musste mich dadurch ab der Schweiz, über die nicht mautpflichtigen Landstraßen durchschlagen. Das Stadion in St. Gallen ist sehr merkwürdig gelegen und liegt am äußersten Rand der Stadt, eingeklemmt zwischen zahlreichen Autobahnen. Ich hatte vorher bei Maps eine kleine Sichtung gemacht und ein Gewerbegebiet hinter dem Stadion als Ziel identifiziert. So richtig zündete das nicht. Der Park and Ride Parkplatz war kostenpflichtig und nur mit Münzen zu zahlen und alle anderen Bereiche waren Privatparkplätze der dort ansässigen Firmen. Mit Blick auf die fortgeschrittene Uhrzeit machte ich eine Risikoabschätzung und nahm den Parkplatz einer Consulting Firma, die nicht sehr aggressiv mit Abschleppung drohte. Es ging gut! Danke!

Dann lief ich am Bahnhof entlang, den die FCZ Fans mit ihrem Sonderzug angesteuert hatten. Die Fanszene St. Gallen war anlässlich der Umbenennung des Stadions aus der Stadt zum Stadion (Von der Sitter zum Stadion) gelaufen. Die Bilder sahen stark aus- was nicht zuletzt an dem genialen Filmwinkel von Dwidswoch lag. Um zu meinem Eingang zu gelangen, musste ich eine Schnellstraße überqueren und war dann am Stadion. Da der Weg am Gästeblock aber abgesperrt war, musste ich erneut eine Autobahn überqueren, ein Stück an der Landstraße laufen und dann dieselbe Autobahn wieder überqueren. Wahnsinn! Das toppt selbst jeden seelenlosen Neubau an Autobahnen in Deutschland.

Auch im Stadioninneren verfestigte sich der Eindruck. Das Stadion gefiel mir wirklich überhaupt nicht. Wenig interessante Tribünen, eine furchtbare Lage und ein nicht wirklich durchdachtes Zugangskonzept. Mein Platz war auf der Hintertortribüne, unmittelbar neben dem Gästeblock. Die FCZ Fans hatten sich auf den Stehplatzblock und den Sitzer gleichmäßig aufgeteilt und überzeugten durch einen gut verteilten und ständigen Materialeinsatz. Die Lieder stachen einmal mehr heraus und es gab seit meinem letzten Besuch einige Neukreationen. Hier und da wurde auch eine Fackel gezündet. Zürich macht mir jedes Mal aufs Neue riesigen Spaß und für mich ist das eine der stärksten Kurven Europas.

Der Espenblock St. Gallen hatte dem trotzdem einiges entgegenzusetzen. Zu Beginn des Spiels zelebrierte man über zwei Tribünen den neuen Stadionnamen per Zettelchoreo. In der Folge konnte auch ich immer mal wieder die Gesänge hören. Dazu gab es nach den Toren immer mal wieder kleineren Pyroeinsatz. Das war ein stimmiger Auftritt und durchaus beachtlich, da der Espenblock durch die europäische Qualifikation im Dauerstress ist. Respekt!

Zürich konnte auf dem Spielfeld mit 1:0 in Führung gehen. Danach kämpfte sich St. Gallen immer mehr hinein und konnte das Spiel noch drehen. So gewann man knapp mit 2:1 und wurde danach noch gefeiert. Die Zürcher Südkurve sprach der Mannschaft Mut für die nächsten Aufgaben aus. Die Zürcher hatten dann wohl eine Blocksperre. Das führte dazu, dass ich am Gästeblock vorbeilaufen konnte. In der Folge wurde wohl auch der Weg zum Bahnhof abgesperrt. Ich schaffte es noch vor der Sperrung bis zum Auto und nach einem kurzen Abreisestau ging es dann über die Landstraßen zurück nach Süddeutschland.

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